Bauarten der Typschiffe: Typ II
Mittwoch, den 10. Juni 2009 um 12:09 Uhr
Dieser Schiffstyp wurde hauptsächlich für den Hafen- und Unterelbefährverkehr gebaut, wobei die Fahrten auf der Unterelbe schon bald von den größeren und etwas schnelleren Schiffen des Typs III übernommen wurden.
Die Schiffe vom Typ II sind mit ca. 470 Personen vom Fassungsvermögen her kleiner, als die Typ III-Schiffe, daher wurden sie nach der Anzahl der Passagiere reedereiintern "400er" genannt. Ihre Antriebsleistung war indes meist identisch, doch die Typ II-Schiffe waren damit etwas langsamer unterwegs. "Länge läuft!" - das zeigt sich deutlich beim Vergleich dieser beiden Schiffstypen.
Die Typ II-Schiffe wurden in mehreren Varianten gebaut, die sich nur auf dem ersten Blick ähnlich sind. Um die zahlreichen kleinen Unterschiede zu verdeutlichen, folgen auf dieser Seite die verschiedenen Varianten und Bauzustände.
Klicken Sie sich hier durch die verschiedenen Bauvarianten:
- Technische Daten Typ II, II R, II U
- TYP II U
- Typ II R
- Typ II
| Baujahr |
1953 bis 1957 |
| Bauwerften | Ottensener Eisenwerke ("Altenwerder", "Reeperbahn", "Ottensen") Steinwerder Industrie AG ("Steinwerder") Pohl & Jozwiak ("Blankenese", "Steinkirchen") Scheel & Jöhnk Harburg ("Othmarschen") Norderwerft ("Schulau") Theodor Buschmann Werft ("Harburg", "Vierlanden") Johann Oelkers Schiffswerft ("Stadersand") Blohm & Voss ("Falkenstein") |
| Baumaterial | Stahl/Rundspant genietet |
| Konstruktionsverdrängung | 195 m3 |
| Länge | 26,95 m |
| Breite | 7,21 m |
| Tiefgang | 2,54 m |
| Hauptmaschine | 380 PS/ 280 kW - 500 U/min, Deutz R6VM536 (Diesel) ??? - ??? U/Min, 6 Zyl.Modag ? (Zweitakter), Typ IIU |
| Fahrgenerator | 325PS/ 240 kW - 400 V, 500 U/min, AEG |
| Fahrmotor | 300 PS/ 221 kW -380 V, 1250 U/Min, AEG |
| Schraubengetriebe | 1250/180 U/min, Wülfel/Tacke/Reintjes |
| Propeller | linksdrehend - 2,15 m |
| Geschwindigkeit | 10 - 11 kn, je nach Motorisierung, Trim etc. |
| Stromversorgung | 110 V Gleichstrom |
| Bordnetzgenerator | 20/15 kW, 115 V, 1800/1190 U/Min, AEG |
| Hafendiesel | 16 PS, 1000 U/Min, MWM KDW415Z |
| Hafengenerator | 10kW 115 V, AEG |
| Passagiere | Typ II: 470 im Hafen, 354 bis Wischhafen, 265 bis Cuxhaven Typ II R: 513 im Hafen, 384 bis Wischhafen, 280 bis Cuxhaven |
Bauplan Typ II Standard

"Othmarschen" und "Ottensen" (Bild)
Diese beiden Schwesterschiffe waren hauptsächlich für Unterelbfahrten bestimmt (U = Unterelbe). Auch diese Dampfer hatten - genau wie die "II R-Schiffe" - ein vergrößertes, offenes Oberdeck. Neu war, dass die Toiletten statt im Heck (wie bisher üblich) jetzt im Bug eingebaut wurden. Dadurch verschwand das geschlossene runde Heck mit seinen typischen Bullaugen. Stattdessen waren im Heck jetzt große Öffnungen mit freier Sicht nach hinten raus. Da sich dieser Schritt bewährte, wurden alle weiteren Typschiff-Neubauten (Typ IIIc) von Anfang an mit Toiletten unter der Vorschiffhaube gebaut.

Bilder verändert nach die "Grüne Flotte" von Jan Mordhorst (Schümann Verlag)
"Falkenstein" und "Steinkirchen" (hier im "Niederelbe-Design")
Die Schiffe vom "Typ II R" (R = Rundfahrt) waren hauptsächlich für Hafenrundfahrten bestimmt. Um mehr "Seh-Plätze" für die Fahrgäste zu haben, erhielten die "Typ II R-Schiffe" ein größeres Oberdeck, das bis zum Schanzkleid am Heck führte. In der Rundung konnte eine zusätzliche, lange Sitzbank eingebaut werden, die eine herrliche Aussicht bot. Bei der "Steinkirchen" wurde ebenfalls Ende der 60er Jahre der Hauptdeckssalon verlängert. Nach Verlust der "Altenwerder", übernahm die "Steinkirchen" ihren Namen und ihre Dienste.

Bilder verändert nach die "Grüne Flotte" von Jan Mordhorst (Schümann Verlag)
"Altenwerder", "Harburg", "Reeperbahn", "Steinwerder", "Schulau", "Blankenese"(Bild) , "Vierlanden" und "Stadersand"

Ab 1967 wurde bei einigen Schiffen dieser Serie das Oberdeck nach hinten verlängert,somit dem Typ IIR angeglichen und der Hauptdecksalon vergrößert. Die erste Abbildung zeigt die "Reeperbahn", die untere die "Harburg". Die "Blankenese", "Stadersand" und "Steinwerder" blieben bis zuletzt in ihrem Bauzustand.

Einen Mischtyp aus beiden Bauzuständen stellen "Schulau" und "Vierlanden" dar, langes Oberdeck , kurzer Hauptdeckssalon. 
"Steinkirchen", "Schulau", "Vierlanden" (Bild unten) und "Stadersand" wurden 1958 als Pumpenschiffe für die Brandbekämpfung ausgerüstet. Die gesamte Energie des Dieselmotors konnte auf die Pumpen geschaltet werden, ein Fahren war dann nicht mehr möglich. Die Anschlusskästen für die Löschschläuche lagen, wie auf dem Bild zu sehen, am hinteren Ende des Freidecks. Diese Ausrüstung sollte bei Bränden von Hafenanlagen (Schuppen) und dem hafennahen Innenstadtbereich (Neustadt) genutzt werden.
Bilder verändert nach die "Grüne Flotte" von Jan Mordhorst (Schümann Verlag)
