Bauarten der Typschiffe: Typ III
Mittwoch, den 10. Juni 2009 um 14:16 Uhr
Auch in dieser Typschiff-Serie gab es mehrere Varianten. Typisch für die Schiffe dieser Serie war zunächst das lange, geschlossene Oberdeck. Es sollte im Hafenfährverkehr möglichst vielen Passagieren Schutz vor Wind und Wetter bieten. Bei den sommerlichen Ausflugsfahrten auf der Unterelbe war das geschlossene Oberdeck dagegen eher ein Hindernis, weshalb dort zunächst meist "Typ II-Schiffe" mit halboffenem Deck zum Einsatz kamen.
Klicken Sie sich hier durch die verschiedenen Bauvarianten:
- Technische Daten Typ III, III b, III c
- Typ III c
- Typ III b
- Typ III
| Baujahr |
1952 bis 1962 |
| Bauwerften | H. C. Stülcken Sohn ("Finkenwerder", "Bergedorf", "St. Pauli") Johann Oelkers Schiffswerft ("Altona", "Jungfernstieg", "Grosser Michel", "Volksdorf", "Alsterdorf", "Niendorf") Norderwerft ("Eppendorf") Scheel & Jöhnk Harburg ("Sülldorf") Hanseatische Werft ("Wohldorf", "Pöseldorf") J.J. Sietas Werft ("Meiendorf", "Tonndorf", "Kirchdorf") |
| Baumaterial | Stahl/Rundspant genietet |
| Konstruktionsverdrängung | 255m3 |
| Länge | 30,10 m |
| Breite | 7,50 m (7,20 m, "Finkenwerder") |
| Tiefgang | 3,18 m |
| Hauptmaschine | 380 PS / 280kW - 500 U/min, Deutz R6VM536 (Diesel) 370 PS, MS301E MaK (Diesel) ("Meiendorf"/"Tonndorf") |
| Fahrgenerator |
325 PS/ 240 kW - 400 V, 500 U/min, AEG (Wohldorf Siemens) |
| Fahrmotor |
300 PS / 221 kW -380 V, 1250 U/Min, AEG (Wohldorf Siemens) |
| Schraubengetriebe | 1250/180 U/Min,Wülfel/Tacke/Reintjes 750/187,5 U/Min,Lohmann und Stolterfoht* *Die letztgebauten Schiffe "Eppendorf", "Meiendorf", "Tonndorf", "Kirchdorf" verfügen über einen direkten Diesel-Antrieb |
| Propeller | linksdrehend - 2,15 m |
| Geschwindigkeit | 11 - 12 kn, je nach Motorisierung, Trim etc. |
| Stromversorgung | 110 V Gleichstrom |
| Bordnetzgenerator | 20/15 kW, 115 V, 1800/1190 U/Min, AEG |
| Hafendiesel | 16 PS, 1000 U/Min, MWM KDW415Z |
| Hafengenerator | 10kW 115 V, AEG |
| Passagiere | 607 im Hafen, 489 bis Glückstadt ,367 bis Cuxhaven |
Bauplan Typ III b




Ende der 50er Jahre gab die HADAG die letzte Typschiff-Serie in Auftrag: den "Typ III c".
Dieser war eine Kombination aus "Typ II" und "Typ III-Schiffen". Die Neuheit war, dass diese acht Schiffe ein abnehmbares Dach erhalten hatten (auf dem Bild sieht man gut den Übergang zwischen festem und abnehmbaren Aluminium-Dach - hinter dem vierten Fenster). Mit dieser Lösung konnte man bei Niederelbefahrten an sonnigen Tagen viele Außenplätze anbieten. Im Winter hatte dagegen jeder Fahrgast ein Dach über dem Kopf.
Bei Indienststellung dieser Schiffe wurde diese Konstuktion als "Wasser-Kabriolett" vermarktet. Leider erwies sich diese Lösung langfristig als Flop, da sich die abnehmbaren Alu-Dächer im Sommerquartier an Land stark verzogen und nur mit viel Mühe am Schiff anzubringen waren.
Das erste Bild unten zeigt die "Wohldorf": Charakteristisch das aufgesetzte Dach mit dem runden Türbogen.

Typ IIIc "Sülldorf" nach dem Umbau zum Veranstaltungsschiff "St. Pauli" (II) 
Typ IIIc "Pöseldorf" mit dem verlängertem Oberdeckssalon
Typ IIIc "Niendorf": Ohne das abnehmbare Dach - diesem Aussehen entspricht auch die "Kirchdorf", die als zuletzt gebautes Schiff noch immer im Einsatz der HADAG ist.
Bilder verändert nach die "Grüne Flotte" von Jan Mordhorst (Schümann Verlag)
In den Jahren 1953 bis 1958 wurden von diesem Typ sieben Schiffe gebaut:
"Altona", "St. Pauli", "Jungfernstieg", "Bergedorf", "Großer Michel" (später: "Moorburg"), "Volksdorf" und "Alsterdorf".
Auffällig im Vergleich zur "Finkenwerder" (Grundtyp III), ist bei diesem Typ das optimierte, und weniger massive Dach des Oberdecks.
Im Laufe der Jahre sind alle Schiffe dieser Serie umgebaut worden. Sie erhielten z. B. eine große Luke im Dach des Oberdecks. Dieses aus drei Sektionen bestehende Schiebedach wurde oft bei Niederelbefahrten manuell geöffnet.
Nur die "Volksdorf" (erstes Bild unten) blieb als einziges Schiff der Serie dauerhaft im Bauzustand und fährt heute noch so als "Marvila" in Portugal.
Typ IIIb "Altona", mit vergrößertem Freideck und Schiebedach
Typ IIIb "Jungfernstieg", zu erkennen an der anderen Radarposition und den ursprünglichen Fenstern
Typ IIIb "Alsterdorf", Umbau des Oberdecks, Hauptdeck unverändert; größere Tische, damit weniger Sitzplätze - aber bessere Eignung für Gästefahrten; große Küche im Unterdeck (Vorschiff) anstelle des Mannschaftslogis; Speisenaufzug von Kombüse zum vorderen Salon.
Bilder verändert nach die "Grüne Flotte" von Jan Mordhorst (Schümann Verlag)
"Finkenwerder"
Die "Finkenwerder" war das erste Typschiff, sozusagen der Prototyp. Es zeigte sich jedoch schnell, dass dieses Schiff ein ungünstiges Verhältnis zwischen Breite und Schwerpunkt hatte, der wegen der schweren Aufbauten sehr hoch lag. Die "Finkenwerder" krängte daher sehr stark. Deswegen wurde der Grundtyp "III" nicht noch einmal in Auftrag gegeben und die optimierte Version dann Typ "III b" genannt.

