Lebenslauf Othmarschen
Montag, den 06. November 2006 um 16:08 Uhr
Alle Daten im Kurzüberblick:
| Schiffstyp | Typ II U |
| 00.07.1957 | Stapellauf |
| 11.09.1957 | Ablieferung |
| 03.10.1977 | Verkauf an Transtejo - Transportes Tejo, E.P., Lissabon und umbenannt in "Vouga" |
| 00.00.1977 | Einsatz zwischen Belem und Porto Brandão |
| 00.00.1994 | Einbau neuer Maschinen, Cummins, 233 kW |
Die ausführliche Geschichte:
Die "Othmarschen" gehörte zum "Typ IIU"-Reihe (U= Unterelbe) und lief im Juli 1957 bei "Scheel & Jöhnk" in Harburg vom Stapel. Es war das einzige Typschiff, dass "Scheel & Jöhnk" für die HADAG baute.
Am 11.09.1957 konnte das Schiff an die HADAG übergeben werden.
Die "Othmarschen" hatte nur ein Schwesterschiff, die "Ottensen" und wurde hauptsächlich für den Einsatz auf der Unterelbe gebaut. Dafür erhielt das Schiff - im Vergleich zum Typ II - ein vergrößertes offenes Oberdeck, um genug Außenplätze auf den langen Touristikfahrten Richtung Lühe anbieten zu können. Allerdings wurden sie bald durch die größeren Schiffe des Typs III abgelöst und gingen in der Finkenwerder Flottenpool. Dort verkehrten beide Schiffe vorwiegend im Dienst nach Teufelsbrück und zum Rüschkanal sowie im Werksverkehr, z. B. zu Airbus/DASA/MBB/HFB - also dem Flugzeugbau.
Bei der "Othmarschen" wurden erstmals die Toiletten nicht (wie bis dahin üblich) im Heck eingebaut, sondern im Bug. Dadurch verschwand das geschlossene runde Heck mit seinen typischen Bullaugen. Stattdessen waren im Heck jetzt große Öffnungen mit freier Sicht nach hinten raus.
Der Vorteil: Es gab im Heck zusätzliche Außenplätze mit einem windgeschüzten Blick über das Heck hinaus. im Vorschiff nahmen die Toiletten dagegen nur Sitzplätze mit eingeschränkter Sicht weg, um die es nicht weiter schade war.
Eine Besonderheit der "Othmarschen" war die Maschine.
Statt der normalen Sechszylinder-Dieselmotoren ließ die HADAG in die "Othmarschen" (und in die "Ottensen") Zweitakt-Dieselmotoren einbauen. Die Maschinen brachten aber nicht die erhofften wirtschaftlichen Vorteile, sondern eher Nachteile. Die Abgase dieser Motoren waren nämlich deutlich heißer, als gewöhnlich. Immer wieder kam es vor, dass deswegen das Dämmmaterial in den Schornsteinen anfing, zu brennen.
Nach knapp 20 Jahren, am 03.10.1977, wurde das Schiff an die Transtejo-Reederei nach Lissabon (Portugal) verkauft und in "Vouga" umbenannt.
Ein Grund für die relativ schnelle Ausmusterung waren die zahlreichen Probleme mit dem Zweitakt-Motor.
In Lissabon wurde das Schiff zwischen Belem und Porto Brandão als Personenfähre eingesetzt.
Im Jahr 1994 erfolgte der Einbau einer neuen Maschine (Cummins, 233 kW).
2004 wurde die "Vouga" zum Abbruch in Alhos Vedros verkauft.