Anekdoten und Döntjes

Dieses Thema enthält 6 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Reeperbahn vor 13 Jahre, 1 Monat.

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  • #69611

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Vielleicht könnt Ihr auch über kuriose, lustige oder merkwürdige Ereignisse rund um die Hadag-Dampfer berichten? Hier eine Kurzgeschichte:

    Lange bevor die Hadag-Dampfer mit Radar und Funk ausgerüstet wurden, lag einmal ein Dampfer morgens in Harburg. Wegen des dichten Nebels beschloss der Schiffsführer zunächst nicht abzufahren, sondern noch zu warten. Um es den bereits an Bord befindlichen Fahrgästen etwas gemütlicher zu machen, wurde die Heizung ordentlich hochgefahren. So warteten alle geduldig auf Wetterbesserung.

    Irgendwann wurde es einem Fahrgast langweilig. Er wischte mit dem Ärmel über die Scheibe, und – siehe da, es war schon lange nicht mehr neblig – die Scheiben waren nur beschlagen!

    Natürlich bekam der Schiffsführer einiges vom Fährverwalter  >:( zu hören, die Fahrgäste sahen allerdings von einer Beschwerde ab… 😉

    Gruß

    Michael

    #70930

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Und noch einmal aus Harburg:

    Die Dampfer auf der Harburger Linie fuhren abends bei ihrer letzten Fahrt von Hamburg nur noch mit „Lauwarm-Wasser“, damit die Besatzung gleich nach der Ankunft Feierabend machen konnte. Die Asche wurde dann am Morgen vor dem Feuermachen entsorgt. Nun begab es sich einmal, dass die Maschinisten morgens erst sehr spät an Bord kamen. Um Zeit zu sparen, nutzten sie die Dunkelhei­t und fierten die Asche einfach nach Außenbords! Doch wie heißt es so passend: „Der liebe Gott bestraft kleine Sünden sofort!“  :o- während der Nacht hatte das Streifenboot der Wasserschutzpolizei längseits festgemacht. Da es viel kleiner war, hatten die Maschinisten es nicht gesehen und die Asche statt in die Elbe in die Polizeibarkasse gekippt! Man kann sich vorstellen, wie flink die Barkasse von ihnen wieder klariert wurde!

    Michael

    #70931

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Die Macht der Gewohnheit:

    Ein Decksmann fuhr sehr lange auf demselben Schiff mit demselben Schipper. Das Schiff lag am Hübener-Kai auch immer am gleichen Liegeplatz und stets mit der Backbord-Seite. Eines Tages, nach einem anstrengenden Dienst, hatte sich der Decksmann gemütlich auf eine Bank gesetzt und auf dem Weg zum Hübener-Kai etwas geschlummert. Jäh aufgeschreckt durch das Rummsen beim Anlegen sprang der gute Mann auf, riß die Tür auf und sprang an Land!

    Leider hatte der Schiffsführer dieses eine Mal ausnahmsweise mit Steuerbord angelegt! Diese Erkenntnis machte sich nass und eiskalt auch ganz schnell beim Decksmann breit – aber zu spät, er lag im Bach! 😮

    Michael

    #70932

    imported_chris
    Mitglied

    Sehr schön. Bitte mehr von solchen Geschichten. Da kann man ne ganze Sammlung draus machen.

    #70933

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    So passiert an den St. Pauli-Landungsbrücken:

    An einem kühlen Wintertag lag die Blankenese an den Landungsbrücken/Hafentor. Sie fuhr planmäßig in der Fähre 7, als eine offensichtlich lebensmüde, junge Frau direkt vor dem Schiff in die Elbe sprang!

    Der Schiffsführer gewahrte dieses Verhalten, lief auf die Wallschiene und reichte der Dame einen Tampen. Diese verweigerte die Annahme mit dem Hinweis, aus dem Leben scheiden zu wollen. Der Schiffsführer forderte sie nunmehr ultimativ mit der Drohung: „Halt fest, oder Du kriegst ein Arschvoll!“ auf, den Tampen zu greifen.

    Offenbar schien der Frau das angedrohte A……. bedrohlicher, als der nasse Tod! Sie griff zu und ließ sich widerstandslos an Bord ziehen.

    Michael

    PS.: So geschehen an Bord meines Vaters, dem besagten Schiffsführer. Ich entschuldige mich ausdrücklich nicht für seine Ausdrucksweise, war sie doch der Schlüssel zum Erfolg!

    #70934

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    In den 70er Jahren waren die Landungsbrücken noch dominiert von der Hadag. Alle Mitbwerber (neudeutsch für Konkurrenz) mußten mit Barkassen vorlieb nehmen, die an der Hinterkante zu liegen hatten.
    So wandelten die Touristen an der Vorkante entlang auf der Suche nach dem richtigen Schiff bzw. der richtigen Linie. Auch viele Hamburger zog es damals zu einer Elbefahrt nach Blankenese. So kam es, dass die an den Schiffen stehenden Decksleute, Kassierer oder Schiffsführer pausenlos gefragt wurden: „Fahren Sie nach Blankenese?“. Einem Schipper wurde es irgendwann zu bunt und er antwortete etwas ungehalten: „Blankenese??? Blankenmors!!! Wie fohrt no Horborg!“

    Michael

    PS.: Diesmal war es nicht mein Vater… 😉

    #70935

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Es war Winter, irgendwann in den frühen achtziger Jahren. Einer der ehemaligen Jollenführer 1, 2 oder 3 war in der weißen Flagge (Fähre 1) unterwegs, als sich die letzten großen Eisschollen von der Oberelbe den Weg durch den Hafen bahnten. Der Schiffsführer der Jolle wollte sich einen Spaß daraus machen, eine der letzten Schollen „zu knacken“ – mit Anlauf rannte er sein Schiff dagegen und – saß fest! Die kleine Jolle und die große Scholle!
    Beide nahezu manövrierunfähig vor dem Amerika-Höft. Da half alles nichts, Über Funk wurde ein Kollege mit einem Vierhunderter (Typ II) zu Hilfe gerufen. Dieser brummte vierkant auf die Scholle und befreite seinen Kollegen nebst Jolle aus der mißlichen (peinlichen?) Lage!

    Michael

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