ASKANIEN (1925)

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    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    Dieses Bild gibt mir zu denken.

    Auf dem Bild von Mustafa ist deutlich die Blechfahne mit dem Schlüssel für den Niederelbedienst zu erkennen. Somit ist klar, daß das Schiff für die HADAG fuhr. Leider hat die Besatzung keinerlei andere Flaggen gesetzt.

    Mir stellt sich die Frage, ob das Schiff jemals zum Flottenbestand der HADAG gehörte. Oder fuhr sie im Auftrag der HADAG auf der Niederelbe – hatte die HADAG die „Askanien“ (zur Verstärkung) gechartert? Ich glaube nicht, daß sie zur Flotte der Hamburg-Blankenese-Este-LInie gehörte.

    Eigentlich gehörte die „Askanien“ doch wohl zur Oberelbe. Kann mich erinnern, das ich als Kind mit der „Hugo Basedow“ nach Lauenburg fuhr, und die „Askanien“ uns entgegen kam. Eventuell in Charter für die „Lauenburger Dampfer“ – Reederei Basedow. Oder fuhr die Reederei Hermann Brandt mit der „Askanien“ in Konkurrenz zu Basedow zwischen Hamburg und Lauenburg?

    Der Name „Askanien“ weist zumindest auf Lauenburg hin. Denn die Stadt soll von „Bernhard von Askanien“ gegründet worden sein. Siehe hier unter Gründung:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lauenburg/Elbe

    Ein weiteres Bild gibt es hier:
    http://travelerdrawer.blogspot.de/2011/09/ms-askanien-germany-postcard.html

    Vielleicht weis wer was.

    Gruß
    der Werner

    #79884

    HeinGummi
    Teilnehmer

    00.00.1925 Ablieferung an
    als Yacht des
    Herzogs Aribert von Anhalt.
    00.00.1935 verkauft an
    H. Brandt, Roßlau k.N.
    00.06.1963 in Charter für
    Hafen Dampfschiffahrt A.G. Hamburg
    16.05.1965 verkauft an
    Hafen Dampfschiffahrt A.G. Hamburg
    eingetragen im Binnenschiffregister
    Nr. B 20198
    00.00.1968 verkauft an
    Fr.A. Becker, Schleswig
    umbenannt in SCHLEISTADT SCHLESWIG
    04.04.1972 verkauft an
    A. Bischoff, Schleswig k.N.

    Diese daten sind von Inselfaehren (Cai Roennau )

    m.frdl.gr.
    Hans

    #79885

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Hans,

    bedanke mich für den Lebenslauf der „Askanien“.

    Demnach stammt das oben erwähnte Bild aus der Zeit zwischen 1963 und 1968. Das bestätigt, daß die „Askanien“ nicht zur Flotte der H.B.E.L. gehörte. Bestätigt aber auch den Bezug zu den Askaniern, die neben Lauenburg auch in Sachsen-Anhalt ansässig waren.

    Da Roßlau zu der Zeit jedoch SBZ (Sovjetische Besatzungszone = DDR) war, tut sich eine Lücke auf. Ist der Reeder H. Brandt mit der „Askanien“ eventuell (vor den sovjetischen Besatzungstruppen) mit seinem Schiff in den „Westen“ geflüchtet? Gibt es etwas, woraus hervorgeht, daß das Schiff bis zur Vercharterung an die HADAG zwischen Hamburg und Lauenburg unterwegs war?

    Es grüßt
    der Werner

    #79883

    MichaelS
    Verwalter

    Moin Zusammen,

    ich habe mal das Bild in den ersten Thread eingefügt und es gleichzeitig von “H.B.E.L.” zu “ehemalige HADAGschiffe” verschoben, denn da gehört es hin.

    Hier http://www.akpool.de/ansichtskarten/208285-ansichtskarte-postkarte-dessau-schiff-m-s-askanien-maenner gibt es auch noch ein Bild der ASKANIEN. Eigner nach der PK “Mitteldeutsche Erholungs-, Ferien- und Schulungsschiffahrt M.S. Askanien” Dessau, Leopoldhafen. Die Passagierzahl wird 414 angegeben.

    Der Name weist meines Erachtens eher nicht auf Lauenburg, sondern auf den ersten Eigner hin http://de.wikipedia.org/wiki/Askanier 😉

    Über den Einsatz von 1945 – 1963 ist mir nichts weitergehendes bekannt. Übrigens habe ich vor kürzerer Zeit mal bei der Reederei Bischoff wegen des Verbleibs des Schiffes gesprochen, leider wusste man dort nichts mehr… 🙁

    Gruß
    Michael

    #79886

    Heinz Braband
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    In dem Buch zwischen Hamburg und Lauenburg von F. Wagner, 1964, wird folg. berichtet:

    Aus Roßlau kam die Askanien nach Hamburg. Nachdem es erst in Charter bei den Lauenburgern gefahren war, wurden unter seinem Eigner Herm. Brandt später Saisonfahrten an die Ober- und an die Niederelbe durchgeführt. Nach dem Ende der Lauenburgern Dampfschiffe 1961 versuchte sich das Schiff auch in der Linienfahrt zwischen zwischen Hamburg und Lauenburg.

    M.f.G.
    Heinz

    #79887

    MichaelS
    Verwalter

    ..noch ergänzend: auf der englischen Ak-Pool-Seite findet sich auch die Rückseite der von Werner gelinkten Postkarte:

    Daten der ASKANIEN: 129 BRT, 200 PS, 400 Personen, Länge 36m, Breite 6m, 10,5 sm

    Eigner: Personenschiffahrt Hermann Brandt, Hamburg 1, Stadtdeich, gegenüber 64.

    Gruß
    Michael

    #79888

    MichaelS
    Verwalter

    ….http://gerdtams.de/328/die_schlei_eine_postkartenreise/ Gibt es einen Hinweis über den Verbleib des Schiffes – in Argentinien 😮 .

    #79889

    Exil-Hanseat
    Teilnehmer

    Hermann Brandt war ein Freund meiner Eltern.

    Meine Mutter hat mir erzählt, dass er und seine Mutter nach dem Krieg (Jahr?) von der “Ostzone” mit dem Schiff nach Hamburg gekommen sind.

    Meine Mutter hat in den Fünfziger Jahren auf den Ausflugsfahrten im Verkauf auf dem Schiff ausgeholfen. Sie hat – wenn ich mich richtig erinnere – erzählt, dass es Fahrten sowohl elbauf- als auch abwärts gab.

    Hermann Brandt besuchte noch lange meine Elten, aber über den Verbleib der Askanien hat er nie gesprochen.

    #79890

    MichaelS
    Verwalter

    Moin Zusammen,

    das macht ja gerade richtig Spass hier 🙂 . Also ich habe noch was im Abendbatt-Archiv gefunden. Ankunft einer ASKANIEN, am 23.11.1951 an den Landungsbrücken. Könnte doch passen….

    Gruß
    Michael

    #79891

    MichaelS
    Verwalter

    @ Exil-Hanseat: Hast Du noch Kontakt zur Familie Brandt? Wäre doch schön wenn wir diesen (fast) vergessenen Teil der Passagierschifffahrt auf der Elbe “heben” könnten!

    #79892

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    es kommt doch ganz gut was zursammen, zur „Askanien“.
    Vor allem freut mich, daß mich meine etwa 54 Jahre zurückliegende Erinnerung nicht täuscht, das Schiff seinerzeit auf einer Fahrt mit dem Raddampfer „Hugo Basedow“ gesehen zu haben.

    @MichaelS wrote:

    Der Name weist meines Erachtens eher nicht auf Lauenburg, sondern auf den ersten Eigner hin http://de.wikipedia.org/wiki/Askanier 😉

    Richtig, der Name weist auf den ersten Besitzer hin – passt aber auch prima zu Lauenburg. Denn die Stadt wurde von den Askaniern gegründet. So gibt es in Lauenburg die Straße „Askanierring“ (beim Lauenburger ZOB) und beim Lauenburger Schloss kann man den „Askanierblick“ genießen.

    Es grüßt
    der Werner

    #79893

    Exil-Hanseat
    Teilnehmer

    Hermann Brandt ist vor Jahren in Burg in Dithmarschen ohne Nachkommen gestorben. Mir ist nicht bekannt, dass es da noch irgendwelche näheren Verwandten gibt.

    Ich kann versuchen, wenn ich das nächste Mal in Hamburg bin, meine Mutter zu ihren Fahrten mit der Askanien zu fragen, wohin es da so ging. Und auch zur Familie. Aber ich sehe da keine große Hoffnung. Sie erinnert sich nicht immer und auch nicht immer richtig.

    Aber ich bleib dran, kann aber evtl. bis Ende Januar dauern.

    Übrigens muss es auch elbabwärts von Hamburg gegangen sein: mein Vater ist manchmal als Schipper eingesprungen, und der hatte kein Patent für elbaufwärts. Und es muss vor 1960 gewesen sein, da er danach wieder zur See gefahren ist.

    #79894

    Exil-Hanseat
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    ich habe dieses Wochenende meine Mutter besucht und wie versprochen befragt. Es ist nicht wirklich viel herausgekommen und war sehr anstrengend für meine Mutter, es wird das einzige Mal bleiben, dass ich sie dazu befrage.

    Sie hat mir erzählt, dass die Askanien auf jeden Fall Ausflugsfahrten von Hamburg Richtung Lauenburg gemacht hat, wenn sie an Bord war. An Unterelbfahrten kann Sie sich nicht erinnern. Das soll so Ende der vierziger Jahre, Anfang der fünfziger gewesen sein.

    Allerdings kann ich mich erinnern, dass es manchmal wenn wir auf Maakendam waren hieß, dass die Askanien vorbeifährt. Und an die Flagge mit dem Schlüssel glaube ich mich auch zu erinnern. aber das war Anfang der sechziger.

    Tut mir leid, dass es nicht mehr ist, aber vielleicht hilft es jemandem.

    Der Exil-Hanseat

    #79895

    MichaelS
    Verwalter

    Moin,

    erst einmal Danke für Deinen Einsatz. Ich habe schon einiges an Infos vom Lauenburger Elbschiffartmuseum und vom Schiffahrtsmuseum Flensburg bekommen. An Argentinien arbeite ich noch ;D .

    Wenn ich den kompletten Lebenslauf der ASKANIEN zusammen habe, kommt er natürlich hier hinein.

    Gruß
    Michael

    #79896

    Andreas W.
    Mitglied

    Interessant, was hier zur „Askanien“ steht. Ich habe hier Bilder, welche die MS „Askanien 1956 im Hamburger Hafen und in „Alten Land“ bei einem Betriebsausflug zeigen. Mein Ururgroßvater arbeitete 1925 auf der Sachsenbergwerft in Roßlau als Tischler an der Inneneinrichtung mit. Ich finde es erstaunlich, dass das Schiff 1956 in Westdeutschland unter seinem Heimathafen „Rotall-Rosslau“ fuhr. Schade, das man nicht herausfindet, was aus dem Schiff geworden ist, ob es wirklich nach Argentinien kam und ob es ggf. dort noch existiert.

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