Auslastung Linie 62

Dieses Thema enthält 22 Antworten und 7 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  MichaelS vor 4 Jahre, 2 Monate.

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    tilman
    Teilnehmer

    Ein doch recht ausführlicher Bericht mit interessanten Einzelheiten:
    http://www.abendblatt.de/hamburg/article2398514/Volle-Faehren-veraergern-die-Pendler.html

    Zitat: „Wenn das Wetter gut und Ferienzeit ist, dann werden die Hadag-Fähren zum Ärger der Pendler zu Touristenmagneten“

    #78665

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Da beißt sich die Katze in den Schwanz!
    Die Schiffe sind in der Hochsaison zu klein, dürfen aber wegen des Einmannbetriebs nicht größer sein. Sie fahren dann stets an der Belastungsgrenze, was wiederum Ausfälle verursacht. Ob die installierten Bugwülste da wirklich Abhilfe schaffen, indem die Maschinen mit reduzierter Power unterwegs sein können, wird sich noch zeigen müssen. Ein einzelner Einstieg erschwert und verlangsamt den Passagierwechsel, was wiederum durch den Einmannbetrieb vorgegeben ist. Ob der Bruch zwischen Linie 62 und 72 wirklich das Problem wie behauptet löst, wage ich zu bezweifeln. Die Masse der Fahrgäste steigt eh Landungsbrücken ein und aus. Das im Bau befindliche Schiff dürfte nurmehr Lücken stopfen, eine echte Entspannung wird es damit kaum geben, zumal die Schiffe nicht jünger werden. Und der Hinweis auf die zugelassene Personenzahl von 250 im Artikel ist ebenfalls wenig hilfreich, denn wir alle wissen, dass man lange vorher den Grad des noch akzeptablen Reisens überschritten hat. Busse dürfen auch viel mehr Personen befördern, als Sitzplätze vorhanden sind. Und die „Kirchdorf“ durfte dereinst 607 Personen an Bord nehmen – ich habe mehrfach rund 350 Personen an Bord erlebt, da ging dann schon nichts mehr!

    Vielleicht sollte doch einmal darüber nachgedacht werden, ob man nicht langfristig auf ein paar größere Schiffe setzt. Schiffe mit zwei Ein- und Ausstiegen auf jeder Seite und einem besseren „Crowd-Management“. Diese Schiffe verkehren mit einem Decksmann (teuer, ich weiß!), aber nur dann, wenn es der Bedarf verlangt. Die alten HADAG-Dampfer hatten auch nur einen Mann mehr an Bord, wenn es nötig war, sonst fuhren auch die 600er („Kirchdorf“) mit zwei Mann. Für die größeren Neubauten hieße das, es gibt zwei Personenzertifikate – abhängig von der zu erwartenden Personenzahl an Bord z. B. max. 250 = 1 Mann Besatzung, max. 400 = 2 Mann Besatzung. Und auch nur dann wird der zweite Zustieg freigegeben.

    #78666

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    diese Doppelzulassung -wäre das überhaupt möglich (?)- wäre keine schlechte Geschichte. Evtl. wäre ja auch eine Kapazitätserweiterung durch Umbau/Verlängerung einiger 2000er möglich. Das wäre günstiger als gleich einige neue Schiffe bauen zu lassen. Obwohl ein neuer und größerer Schiffstyp wäre auch nicht schlecht 😉 .

    Gruß
    Michael

    #78667

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Bei Seeschiffen (RoPaxen) ist das möglich, vielleicht auch bei Hafen-/Binnenschiffen? Hier mal ein Vorschlag – nur so auf die Schnelle der Typ 2000EcoMAXX: werftseitig könnte man auf bestehende Pläne, Zeichnungen etc. zurückgreifen. Im Schiffsinneren führt eine breite Treppe unterhalb des Ruderhauses zum achteren Freideck. Diese könnte in der verkehrsschwachen Zeit verschlossen bleiben.

    Nach dem alten Schiffbauerspruch: „Länge läuft!“ könnte beinahe mit gleicher Maschinenleistung gearbeitet werden, ohne dabei Einbußen in der Marschgeschwindigkeit in Kauf nehmen zu müssen. Und, was mir noch wichtiger wäre: im verlängerten Rumpf ist Platz für Flüssiggastanks, damit wäre der 2000EcoMAXX sogar noch eine ganze Ecke umweltfreundlicher unterwegs! Maschinen, die mit Gas betrieben werden können, gibt es in dieser Größe (Leistungsbereich) schon längst.

    #78668

    Flooster
    Mitglied

    Ich denke, die Doppelzulassung dürfte als problematisch angesehen werden, weil nicht wirklich sichergestellt werden kann, dass bei nur einem Besatzungsmitglied an Bord tatsächlich nach 250 Personen kein weiterer Passagierzustieg mehr erfolgt,
    zumal mit irrationalen Reaktionen der noch nicht zugestiegenen Fahrgäste gerehnet werden muss, wenn die (400-er) Fähre mit 250 Personen nicht voll erscheint und dennoch keine Fahrgäste mehr an Bord genommen werden.
    Wenn machbar, wäre es dennoch eine gute Sache.

    Vielleicht kommt da ja doch noch eine neue Aufgabe auf die Max Brauer zu… 😉

    Das Erreichen der maximal zulässigen Fahrgastzahl dürfte auch jetzt schon nicht exakt abzuschätzen sein.
    So genau sind die Dilax-Fahrgastzählsysteme ja auch nicht.
    Ich denke, da wird auch viel nach Sicht (und Zeitdruck) geurteilt, ob das Schiff voll ist und es los geht oder nicht.

    Aus meiner Sicht könnte es hilfreich sein, wenn der Aufgang zum Oberdeck jedenfalls nach dem Ausstieg der Passagiere durch Schranken jeweils auf der Seite gesperrt würde, an der das Schiff anlegt. Vor allem beim Zustieg stockt der Passagierstrom oft, weil die meisten Fahrgäste gleich die Treppe neben der Gangway nach oben wollen statt erst mal zügig in das Schiff zu gehen und dann auf der gegenüberliegenden Seite die Treppe hochzusteigen.

    Misslich finde ich die Bestuhlung auf dem Freideck der Bügeleisen.
    Hier finde ich die Bänke in Längsrichtung wie auf den Typschiffen und den anderen HADAG Schiffen weitaus praktischer. Es finden mehr Personen einen Sitzplatz (dadurch stehen auch weniger Personen und die Gefahr von Stürzen bei unsanften Anlegemänovern wird verringert). Dadurch dass man nicht direkt an der Reeling stehen kann wie auf den Bügeleisen, wird den in der Mitte des Schiffes befindlichen Personen auch weniger die Sicht genommen.

    Nach meiner Einschätzung geht es unter der Woche mit der Fülle auf den Fähren. Am Wochenende kommt es zur Überfüllung, keine Frage. Aber so viele Berufspendler sind da nicht unterwegs.
    Die Touristen können sich ja alternativ für EUR 13,– den Platz auf einem HaRuFa Schiff buchen.
    Auf einer vollgepferchten Barkasse dürfte allerdings kaum mehr Bewegungsfreiheit vorhanden sein.

    Und eines muss den Pendlern nach Finkenwerder mal gesagt werden:
    Dank der Touri-Massen haben sie jetzt ganz wöchentlich tagsüber eine Verbindung im 15-Minuten Takt !
    Diese Taktung würde ohne die große Fahrgastzahl durch die Touristen garantiert nicht angeboten werden.

    Es war ja noch gar nicht so lange her, dass die Fähren auf der 62 außerhalb der HVZ – und auch an den Wochenenden- nur halbstündlich verkehrten.

    Ich freu mich jedenfalls für die HADAG, dass sie auf den besagten Linien so erfolgreich ist und so vielen Touristen -preisgünstig – ohne Fahrpreisabzocke- die Fahrt durch den Hafen ermöglicht.

    #78669

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Ich glaube, die Erfahrungen sind vorhanden, um rechtzeitig abzuschätzen, mit wie vielen Personen zu rechnen ist. Im Einmannbetrieb könnten Teilbereiche des Fahrgastraumes und der Freidecks abgesperrt werden, das macht man bei RoPaxen in der Nebensaison gelegentlich auch. Neben dem Kraftstoff ist immer das Personal der wesentliche Kostenfaktor, darum sollte nur so viel an Bord sein, wie erforderlich. Das wird immer noch teuer genug, zumal man das Personal erst einmal haben und beschäftigen muss. Auch das klappt in anderen Regionen/Ländern z. B. durch Saisonarbeitskräfte.

    Der „Brauer“ scheint technisch am Ende zu sein, da lohnt sicher keine Investition mehr. Das Schiff wäre dann auch eine Nummer zu groß.

    Was mich immer wieder wundert ist übrigens der Umstand, dass man in Hamburg so mir-nichts-dir-nichts auf den Pontons zum Schiff drängeln kann. Besonders an der verkehrsstarken Anlagen führt das zu Chaos, den es so in anderen Ländern jedenfalls nicht gibt. Dort sorgen Absperrungen und Gitter für einen geregelten und vor allem sicheren Zulauf. Erst wenn alle ausgestiegenen Fahrgäste aus dem Weg sind, öffnen sich manuell oder elektrisch Tore für die Einsteiger. Da kann dann schon anhand der Länge der Personenschlange übersehen werden, wie viele Menschen es sind und gegebenenfalls der Menschenstrom unterbrochen werden. In der Nebenzeit werden diese Wartezonen schlicht umgangen.

    Natürlich sind das hier alles nur Ideen – aber immerhin mit einem guten Schuß Realitätssinn, oder?

    #78670

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Heute sind etliche Leserbriefe zum Thema im Abendblatt. Immerhin ist jetzt ein Teil der Öffentlichkeit und der Politik aufmerksam auf die HADAG geworden, das kann von Vorteil sein und zukünftige Entscheidungen positiv im Sinne eines Ausbaues der Flotte beeinflussen. Ein mal wieder angesprochenes Thema in den Leserbriefen ist die Tarifstruktur, nach der Touristen (und Hamburger!!!) die Fähren zu einem viel zu günstigen Tarif nutzen können. Es geht also u. a. wieder einmal um die Idee, den Fährverkehr aus dem HVV herauszulösen, die Berufspendler jedoch mit Jahreskarten wie bisher auszustatten und anderen schlicht einen Zuschlag (wie 1. Klasse) aufzubürden. Vielleicht sollte die HADAG den im Moment gefühlten Gegenwind (Kritik) als Rückenwind verstehen und aktiv an einem Ausbau arbeiten.

    #78671

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Forum,

    also ein 1.Klasse Zuschlag ist ja kein Herauslösen aus dem HVV, das komplette Herauslösen kann ja auf keinen Fall im Interesse der HADAG und auch nicht ihrer Passagiere sein!

    Ein 1. Klasse Zuschlag wäre Prinzip keine schlechte Idee, wenn man die Einnahmenseite stärken möchte – allerdings sollte man vorher mit Mitteln der Marktforschung abklopfen, ob nicht dadurch mehr Fahrgäste verloren gehen, als man Mehreinnahmen bekommt.

    Ein größeres Bewußtsein, dass auf der Elbe ein weiterer Investitionsbedarf besteht kann nur gut sein – schließlich sind die Hafenfähren weit mehr „Aushängeschild“ der Stadt als U-,S-Bahn und Busse – auch wenn ich mir jetzt den Zorn der anderen Nahverkehrsfreunde zuziehe- die Fähren hat in Deutschland halt nur Hamburg!

    M

    #78672

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    diese NDR-Meldung passt doch zum Thema:

    http://www.ndr.de/regional/hamburg/faehre301.html

    @reeperbahn wrote:

    Was mich immer wieder wundert ist übrigens der Umstand, dass man in Hamburg so mir-nichts-dir-nichts auf den Pontons zum Schiff drängeln kann. Besonders an der verkehrsstarken Anlagen führt das zu Chaos, den es so in anderen Ländern jedenfalls nicht gibt. Dort sorgen Absperrungen und Gitter für einen geregelten und vor allem sicheren Zulauf. Erst wenn alle ausgestiegenen Fahrgäste aus dem Weg sind, öffnen sich manuell oder elektrisch Tore für die Einsteiger. Da kann dann schon anhand der Länge der Personenschlange übersehen werden, wie viele Menschen es sind und gegebenenfalls der Menschenstrom unterbrochen werden. In der Nebenzeit werden diese Wartezonen schlicht umgangen.

    Von der Mosel, der Oberweser oder bei der Sächsischen Dampfschiffahrt kenne ich das auch, daß die Stege, die den Anlegeponton mit dem Land verbinden zur Regelung des Fahrgaststromes genutzt werden. War es in Schulau nicht auch mal so?
    An den Landungsbrücken (und weiteren Anlegern mit HADAG-Verkehr) fällt mir keine vernünftige Lösung ein, die aussteigenden Fahrgäste von den einsteigenden zu separieren. Bei der ATG-Alsterkreuzfahrt ist es nicht anders – nur die Fahrgastzahlen sind dort geringer.

    @flooster wrote:

    Die Touristen können sich ja alternativ für EUR 13,– den Platz auf einem HaRuFa Schiff buchen.

    Kostet das nicht sogar schon 16,– €?
    Ob Printmedien oder Radio und Fernsehen, bei touristischen Themen wird dort oft auf die Linie 62 verwiesen, die mit HVV-Tagesticket die beste Alternative zur teuren Hafenrundfahrt ist. Der Andrang bei gutem Wetter verwundert da nicht.
    Sogar die HADAG selbst verweist auf die „Hamburgensie“ hin, die großen Pötte von der Wasserseite aus zu entdecken. Siehe einleitenden Text hier:
    http://www.hadag.de/hafenfaehren.php

    Gruß
    der Werner

    #78673

    MichaelS
    Keymaster

    Moin,

    aus aktuellem Anlass sei hier auch nochmal auf das Statement der HADAG zu dem NDR Bericht in unserem Artikel verwiesen https://www.elbdampfer-hamburg.de/aktuelle-meldungen/zu-volle-schiffe-hadag-wehrt-sich-gegen-vorwuerfe.html

    Gruß
    Michael

    #78674

    tonnenstrich
    Teilnehmer

    Moin zusammen,
    heute ist im HA die gut besetzte ELBMEILE abgebildet. Ich habe mal versucht die Oberdeckspaxe zu zählen. Auf ca. 150 bin ich gekommen. Bleiben ca. 100 für das Hauptdeck. Bei genauerer Betrachtung ist es dort nicht so sehr voll, da noch Sitzplätze frei sind.
    Wie wäre es von seiten der HADAG, einmal einen Versuch mit 361 + X Paxe zu machen. Dabei könnte man schon feststellen ob das überhaupt geht, beziehungsweise was noch geht.
    Harald.

    #78675

    MichaelS
    Keymaster

    Moinsen,

    ich möchte noch einige Sachen dazu bemerken:

    Erstens: Safety first, also natürlich sollten nie mehr als 250 Menschen an Bord eines Bügeleisens sein. Hier setzt die HADAG jetzt -nach einer Pressemeldung von heute Nachmittag- zusätzlich auf Manpower, die diese Höchstzahl überwachen sollen. Das Zählsystem wird überprüft.

    Zweitens: Die hohe Passagierzahl in den Spitzenzeiten zeigt doch sehr eindeutig, dass der Bedarf an Beförderungsplätzen höher ist als das Angebot. Dafür spricht u.a. ja auch dass Passagiere zum Teil in Finkenwerder nicht mehr zusteigen konnten, bzw. viele Passagiere die nach Finkenwerder wollen schon an den Landungsbrücken Richtung Sandtorhöft einsteigen, beides selber schon erlebt bzw. praktiziert.

    Daher sollte man, so finde ich, diesen unglücklichen Anlass -ob nun mehr Passagiere an Bord waren als erlaubt oder nicht-
    dazu nutzen der Argumentation folge zu leisten den Nahverkehr auf dem Wasser auszubauen und die HADAG die Möglichkeit geben ihre Passagierkapazität auszubauen sei es nun durch Neu- oder Umbauten. Auf Bus- oder Bahnlinien werdn ja auch Verstärker eingestetzt, nur gibt die jetzige Flotte der HADAG nicht allzu viel Reserve her, das sollte geändert werden.

    Gruß
    Michael

    #78676

    MichaelS
    Keymaster

    Moin,

    die Zählanlage war defekt http://www.mopo.de/nachrichten/ueberfuellte-hvv-faehre-das-warnsystem-hat-total-versagt,5067140,17285264.html. Übrigens ist im Artikel von zwei neuen 2000ern die Rede 😉 .

    Gruß
    Michael

    #78677

    tilman
    Teilnehmer

    Tja, die Technik! Als IT-Spezialist bin ich von Haus aus erst mal skeptisch, wenn man mir erzählt, dass ein Computer aus dem Bild einer Videokamera die zu- und aussteigenden Fahrgäste ermittelt. Aber klingt interessant. Möchte ich mal live erleben.

    Früher hat man so etwas mit Drehkreuzen gelöst.

    Wenn jetzt manuell gezählt wird, haben wir ja faktisch wieder Zweimannbetrieb…

    Und noch mal andere Gedanken dazu:

    Früher gab es an der Vorderkante der Landungsbrücken nur HADAG. Das mit der Rundfahrt verdiente Geld hat sicher auch den Lienienverkehr mitgetragen.

    Heute liegt da jede Menge (häufig nicht sehr ausgelastete) Schiffskapazität für Hafenrundfahrten.

    Und die HADAG hat zu volle Schiffe auf der 62, weil Touristen zum Vergnügen mitfahren.

    Irgendwie ist da doch organisatorisch was falsch. Vielleicht sollte man jeden Anbieter von grossen Hafenrundfahrten im Sommer verpflichten, in der Spitzenzeit auch eine Linie zu bedienen. Oder nicht nur die langweilige Acht zu fahren, sondern zusätzlich Finkenwerder oder Schulau anzubieten?

    Die Touris scheinen das ja zu wollen, oder meint Ihr, es ist nur der günstige (weil subventionierte) Fahrpreis?

    #78678

    Werner
    Teilnehmer

    @tilman wrote:

    Und noch mal andere Gedanken dazu:

    Früher gab es an der Vorderkante der Landungsbrücken nur HADAG. Das mit der Rundfahrt verdiente Geld hat sicher auch den Lienienverkehr mitgetragen.

    Heute liegt da jede Menge (häufig nicht sehr ausgelastete) Schiffskapazität für Hafenrundfahrten.

    Und die HADAG hat zu volle Schiffe auf der 62, weil Touristen zum Vergnügen mitfahren.

    Irgendwie ist da doch organisatorisch was falsch. Vielleicht sollte man jeden Anbieter von grossen Hafenrundfahrten im Sommer verpflichten, in der Spitzenzeit auch eine Linie zu bedienen. Oder nicht nur die langweilige Acht zu fahren, sondern zusätzlich Finkenwerder oder Schulau anzubieten?

    Die Touris scheinen das ja zu wollen, oder meint Ihr, es ist nur der günstige (weil subventionierte) Fahrpreis?

    Hallo Forum,

    Arnold Kludas schreibt in seinem Buch „Hundert Jahre HADAG-Schiffe 1888-1988“ auf Seite 20, zweiter Absatz: „Am 1. Juli 1921 erhielt die HADAG von der Finanzdeputation die alleinige Konzession für Hafenrundfahrten, die fortan einen krisensicheren und gewinnbringenden zusätzlichen Einsatz der Schiffe ermöglichte.“

    Irgendwann muß dieses HADAG-Monopol dann aufgehoben worden sein. Denn den schon aus den fünfziger Jahren kenne ich die Rundfahrtbarkassen, die – wie heute auch – von der Rückseite der Landungsbrücken abfuhren. Große Rundfahrtschiffe in Konkurrenz zur HADAG kamen meiner Meinung nach erst um 1990 auf. War es nicht Prüsse mit seiner „Hansa“ von der Förde?

    Ich verstehe nicht, daß sich die HADAG aus dem Rundfahrtgeschäft auf ein Minimum zurückgezogen hat. Zumal ich oft den Eindruck habe, daß die Erklärungen an Bord in manchen Fällen sachlicher sind als bei den privaten. Ein weiterer Vorteil sind die verlässlichen Abfahrtzeiten bei der HADAG.

    Kapitän Prüsse war es auch, der auf seiner Internetseite sonntägliche Barkassenfahrten nach Blankenese anbot. Auf den Landungsbrücken sah ich noch vor etwa drei Wochen das Plakat in seinem Kiosk. (Hängt wahrscheinlich immer noch so.) Mit einem dicken roten Kreuz überklebt wurde deutlich gemacht, daß diese Fahrt nicht mehr angeboten wird. Weshalb auch immer.

    Wenn man Rundfahrtreedereien „verpflichten“ würde, zusätzlich eine Linie anzubieten, ist folgendes zu bedenken:

    1.) Große Unternehmen (zum Beispiel Abicht) können leicht ein Schiff für eine Linie „opfern“. Aber was ist mit Unternehmen mit nur einem oder zwei Schiffen?

    2.) Jetzt fahren die Schiffe auf der Linie 62 im Fünfzehnminutentakt mit vier Abfahrten pro Stunde. Wenn die Linie merklich entlastet werden soll, müssten es sieben oder acht Abfahrten pro Stunde sein. Das kann an einigen Anlegern zu einem „fixen Gewusel“ werden.

    3.) Wie würde es mit der Tarifstruktur aussehen? Zahlt man bei der HADAG für den Törn von Landungsbrücken nach Finkenwerder 2,85 € (oder 2013 schon 2,95 €) und beim privaten 4,00 €. Verstehen das die Passagiere? Von Tageskarten ganz zu schweigen.

    4.) Fahrten nach Schulau. Damit währen wir wieder beim Thema Niederelbedienst. So schön eine Schiffsverbindung nach Blankenese, Wittenbergen oder Schulau währe. Aber die notwendigen Fahrpreise sind zum günstigen HVV-Ticket wohl nicht konkurrenzfähig.

    Eventuell kann man sich ja mal an Kiel ein Beispiel nehmen. Die „Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel mbH“ (SFK) ist im Tarif-Verbund Kiel. Hat man eine gültige Tageskarte der Kieler Verkehrsgesellschaft, fährt man günstig mit den SFK-Schiffen. Pro Fahrt zahlt man einen Euro zu. (Sollte aber auch überprüft werden!!!) Siehe hier:

    http://www.kvg-kiel.de/pdf/Flyer_KielFuerAlle_2012.pdf

    Wenn private auf Linie gehen sollen, sollte man sie in den HVV integrieren. Tarifliches Vorbild könnte neben dem Kieler Beispiel auch die Fähre Blankenese – Cranz sein.

    Es grüßt
    der Werner

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