Hamburg-Helgoland / HALUNDER JET (2003)

Dieses Thema enthält 11 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  MichaelS vor 2 Jahre, 1 Monat.

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  • #70659

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Forum,

    die HALUNDER JET läuft diese Saison am Dienstag und Donnerstag nicht Schulau an http://www.shz.de/lokales/wedel-schulauer-tageblatt/helgoline-streicht-zwei-wedel-touren-id5902041.html

    Gruß
    Michael

    #79391

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Forum,

    außerdem wurde die HALUNDER JET nach Cypern, Heimathafen Limassol umgeflaggt. Beweisfoto folgt 😉

    Gruß
    Michael

    #79392

    tobsber
    Mitglied

    was war das doch für eine schöne Zeit als man mit der Wappen von Hamburg die Elbe hochgefahren ist. Ich habe häufiger diese Fahrt gemacht.

    Bernd

    #79393

    Werner
    Teilnehmer

    @tobsber wrote:

    was war das doch für eine schöne Zeit als man mit der Wappen von Hamburg die Elbe hochgefahren ist. Ich habe häufiger diese Fahrt gemacht.

    Bernd

    Jawoll – das war so richtig gemütlich. Und auf der Rückfahrt nach Hamburg konnte man vom Sonnendeck aus das Spiel der Leuchttürme an den beiden Uferseiten der Elbe beobachten. Faszinierend zu anzusehen, wie sich das Schiff von Leuchtfeuer zu Leuchtfeuer navigierend das Fahrwasser suchte.

    der Werner

    #79394

    Moewe
    Teilnehmer

    Ja…die guten alten Zeiten 😀
    Wir sind einigemale mit dem Hallunder-Jet nach Helgoland ge“saust“…
    Ich kann da nichts Schönes dran finden… Teuer ist das und ich habe mich gefühlt wie in einem Flugzeug“bauch“…Nix mit Elbe schnuppern und schöner Aussicht. Das bisschen Freideck, das man da zur Verfügung hat, kann man nur stehend genießen und alles „rast“ viel zu schnell an einem vorbei >:(
    Dann lieber auf der „Atlantis“ ab Cuxhaven in Richtung Helgoland…da spürt man wenigstens, dass man sich auf einem Schiff befindet 😉

    #79395

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    hier die HALUNDER JET mit „Spiegeleiflagge“ 😉 .

    Gruß
    Michael

    #79396

    tilman
    Teilnehmer

    Ein Grund mehr, nicht mit dem Gerät mitzufahren. Was bringt das Umflaggen in diesem Fall eigentlich?

    #79397

    Flooster
    Mitglied

    Moin Forum,

    zunächst würde man in der Tat denken, dass die Ausflaggung eines nur in deutschen Hoheitsgewässern verkehrenden Schiffs wenig Sinn macht.

    Zumal das Schiff ja im Deutschen Seeschiffsregister verbliebe und damit zumindest den deutschen Arbeits- und Tarifbedingungen unterliegen würde, solange der Eigner des Schiffs seinen Sitz noch in Deutschland hat.

    Seit 2013 ist aber gemäß § 7 Flaggenrechtsgesetz trotz Verbleib im Deutschen Seeschiffsregister eine „zeitweise Ausflaggung“ von höchstens 2 Jahren zulässig, wenn dafür ein sachlicher Grund vorliegt.

    Als Gründe werden anerkannt:
    kein deutsches oder EU-Personal auf dem Arbeitsmarkt vorhanden,
    Frachtraten sind für den Betrieb unter deutscher Flagge nicht wirtschaftlich,
    drohende Insolvenz, Bankkredite können nicht mehr bedient werden

    Der Antrag auf zeitweise Ausflaggung kann wiederholt, also in Reihe, gestellt werden.

    Ob hier eine solche vorübergehende Ausflaggung vorliegt, weiß ich natürlich nicht.

    Zypern wird ja gerne als Ausflaggungsstaat gewählt, wenn man in erster Linie Steuern sparen will, ohne sicherheitstechnisch aus dem EU-Bereich ausscheiden zu wollen.
    Hinzu kommt, dass Zypern keinen Mindestlohn hat, aber der Euro-Zone angehört.
    Es muss damit gerechnet werden, dass noch einige deutsche Schiffe die „vorübergehende Ausflaggung“ nach Zypern beantragen, um den bald geltenden deutschen Mindestlohn zu umgehen (bisher gilt der Heuertarifvertrag See ja nicht allgemeinverbindlich für alle deutschen Besatzungsmitglieder, sondern nur bei entsprechender Vereinbarung im Heuervertrag) und dennoch der Besatzung problemlos den (geringeren) Lohn in Euro (via Zypern) auszahlen zu können. Das kann noch ein Problem werden.

    Jedenfalls hat der Eigner eine wirtschaftliche Notlage darzulegen, was aber vielleicht nicht so schwer ist.
    Bisher soll kein einziger Antrag auf „vorübergehende Ausflaggung“ vom BSH abgelehnt worden sein (nähere Infos zur zeitweisen Ausflaggung s.
    http://www.bsh.de/de/Schifffahrt/Berufsschifffahrt/Zeitweise_Ausflaggung/index.jsp.

    Wusstet ihr, dass viele ausländische Register nur Schein sind ?
    So befindet sich das größte Schiffsregister von Liberia gar nicht in Liberia, sondern tatsächlich in den USA , wo es von einem ehemaligen General der US Coast Guard gemanagt wird.

    Das Liberian Ship and Corporate Registry (LISCR) wird keineswegs von der Regierung in Monrovia verwaltet. Es ist ein privates Unternehmen mit Sitz in Reston im US-Bundesstaat Virginia. Dort wird das Register komplett gemanagt. Einen Teil des Gewinns führt das Unternehmen, das im Besitz amerikanischer Privatpersonen ist, an Liberia ab. Die deutschen Reeder haben also nie mit der Regierung in Monrovia verhandelt. Sie schließen die Verträge mit der LISCR in Virginia ab.

    Das Schiffsregister von Antigua und Barbuda hat seinen Sitz sogar in Oldenburg (Niedersachsen) (!), wo es vom 2009 verstorbenen Honorarkonsul Eike Malling aufgebaut wurde.

    So klein ist die Welt…

    Ein endloses Thema…

    Grüße Dirk

    #79398

    Moewe
    Teilnehmer

    Hochinteressant das alles 😮

    #79399

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    super Dirk, danke – wirklich interessant! Die Ausflaggung der HALUNDER JET erfolgte laut Reederei aus betriebsinternen Gründen, da man auch schon alle anderen Seeschiffe in diesem Register führt….. 😉

    Gruß
    Michael

    #79400

    tilman
    Teilnehmer

    Danke Dirk,

    für diese ausführliche und wirklich hochinteressante Antwort, die mir so einiges klarer macht.

    Ich beginne langsam zu ahnen, warum so viele Schiffe heute ihren „Heimathafen“ praktisch nie zu sehen bekommen.

    Steuern sparen durch „Heimathafen“ Limassol? Das geht auch, wenn ein Schiff das Mittelmeer nie zu sehen bekommt? Ist das Schiff dann im Prinzip so etwas wie eine dort niedergelassene Firma?

    Die Schiffsregister sind ja eine interessante Geschichte. Das ist für die Rechteinhaber dann ähnlich wie die Lizenz zum Gelddrucken. Erinnert mich an Internet Domains. Z.B. die Endung „.to“ für Tonga wird auch von einer Firma in St. Quentin, California vermarktet, die dem Inselvolk (hoffentlich) einen Teil vom Gewinn abgibt.

    #79401

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    heute absolviert die HALUNDER JET ihre letzte Fahrt zum Felsen. Hier zwei Bilder vom letzten Sonntag.

    In Zukunft wird die HALUNDER JET zwischen Vancouver (Kanada) und Victoria (USA) verkehren.

    Gruß
    Michael

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