Lehren aus der Vergangenheit

Dieses Thema enthält 1 Antwort und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  imported_chris vor 13 Jahre.

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    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Mit den Typschiffen ist der Hadag damals ein wirklich großer Wurf gelungen. Nicht von ungefähr haben viele Schiffe noch lange Verwendung in aller Herren Länder gefunden bzw. sind dort noch immer unterwegs. Da mutet es doch etwas seltsam an, dass mit dem Beginn der nächsten Serie, Ende der 80er Jahre nicht auf bewährtes zurückgegriffen wurde.

    Die ersten sogenannten Ein-Mann-Fähren (z. B. „Altona“, „Finkenwerder“…) wurden in der schiffbaulichen Tradition der Jollenführer 1, 2 und 3 bzw. des späteren Duos „Scharhörn“ und „Neuwerk“ gebaut: ein mehr oder minder zentrales Ruderhaus, ein Salon vorn, ein Salon achtern und beide nur über eine kleine Treppe zu erreichen.

    Nun sollten die genannten Vorbilder auch brückengängig sein, was man von den Neubauten nicht verlangte. Und dennoch ließ man Schiffe z. B. für die Finkenwerder-Linie bauen, bei denen die Fahrgäste mühsam unter Deck gelangten und mit Fenstern knapp über der Wasserlinie! Offensichtlich hatte man zunächst ebenfalls das Freideck vergessen. Nun muß man den Verantwortlichen zu Gute halten, dass die Neubauten zu einer Zeit konzipiert wurden, als der Publikumszuspruch zur Hadag auf unterstem Niveau lag. Und eigentlich sind diese Schiffe dann erst recht falsch konzipiert gewesen!

    Bei den letzten Neubauten dieser Serie besann man sich einiger Merkmale der alten Typschiffe. Bei annähernd gleicher Rumpfform und -größe erhielten die „Falkenstein“ und die „Wolfgang Borchert“ wieder ein durchgehendes Hauptdeck statt der Souterrain-Lösung. Das Freideck gewann durch das weiter nach vorn verschobene Ruderhaus ordentlich an Größe und eine bescheidene Gastronomie gab es endlich auch wieder. Aufgrund dieser Erfahrungen wurden die ersten Fähren dieses Typs z. T. umgebaut. Sie erhielten zunächst fast alle ein Freideck, bei zweien hob man sogar den achteren Salon auf Hauptdeckniveau an und installierte einen neuen Salon bzw. ein großes Freideck zur Fahrradbeförderung. Letzteres Schiff verkehrte seitdem vornehmlich auf der Traditionsstrecke mit den gekreuzten Schlüsseln in der Flagge von Blankenese über Neuenfelde nach Cranz.

    Auch in Anbetracht der aktuellen Typschiffe (Typ 2000), wurde bei der Vorgängerserie noch manche „Mark“ durch eine wenig sinnvolle Grundkonstruktion verschwendet. Selbst bei der „Falkenstein“ mußten noch einmal Schweissgeräte ran, nachdem man die Front des Ruderhauses völlig widersinnig nach achtern, statt nach vorn neigte!

    Gruß

    Michael

    #70968

    imported_chris
    Mitglied

    Verrückt.
    Sieht als Außenstehender fast so aus, als wären die alten Typschiff-bauer mit ihrem WIssen längst aus dem Unternehmen raus gewesen und man hätte in den 80er Jahren nochmal völlig von vorn angefangen.

    Zwischen den großen Typschiff-Serien und den Typ2000-Schiffen gibt es echt einige Jahre (und Schiffstypen) der „Orientierungslosigkeit“, bevor man sich auf die heutige Typen-Serie eingeschossen hat.

    Grüße, Christian

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