Molsen, Albers, Kircheiss

Dieses Thema enthält 5 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Reeperbahn vor 13 Jahre.

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  • #69608

    moin Leute, auf dieser dänischen Seite gibts ein Foto von der Hans Albers bevor sie verlängert wurde.
    hans_albers_1968_1.jpg

    Meine Frage dazu: wwarum hat man damals so knuffige Schiffe angeschafft und sie dann nachträglich verlängert? Hatte sich der Aufgabenbereich verändert?

    #70914

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Hallo,

    Vorbild der beiden Zwillingspaare Hans Albers, Jan Molsen bzw. Rudolf Kinau, Carl Kirchheiss war der kleine Flipper von Cassen Eils (Cuxhaven). Man wollte bei der Hadag nach etlichen Jahren ohne neue Einheiten zwei Mehrzwecktypen bauen. Molsen und Albers waren ideal für die Hafenrundfahrt, große Freidecks waren damals (1968) sehr gefragt. Die beiden anderen Zwillinge waren auch für schlechteres Wetter geeignet und z. T. auch auf der Verbindung nach Neuenfelde/Cranz unterwegs. Die urspünglich vorgesehene Finkenwerder-Linie blieb indes noch lange in der Hand der Typschiffe…

    Allen vier Schiffen gemein waren die Beckerruder. Ein Rudertyp, der es ermöglichte mit den Schiffen seitwärts zu fahren bzw. an- und abzulegen. Das wurde deshalb erforderlich, weil die Schiffe wegen ihres eckigen Hecks nicht einfach vom Ponton weglaufen konnten, wie die Typ-Schiffe und deren dampfgetriebenen Vorgänger. Kinau und Kirchheiss hatten eine pneumatische Umsteueranlage für die beiden Hauptmaschinen, Albers und Molsen wurden mechanisch umgesteuert.

    Für die meisten Einsatzgebiete wurden alle vier Schiffe schnell zu klein, so dass man sich recht schnell von Kinau und Kirchheiss trennte. Die Rudolf Kinau kam noch einmal für einige Jahre zurück, wurde vom Reeder Käpt´n Prüsse aber auch kaum genutzt. Albers und Molsen wurden als erste und einzige Hadagfähren um eine Mittelsektion verlängert und das Oberdeck dabei fast ganz geschlossen. Beide Schiffe wurden dadurch sogar etwas schneller („Länge läuft!“), seitwärts konnten sie auch danach noch fahren. Während der Molsen immer das etwas „bessere“ Schiff war, wurde der Albers viel im regulären Fährdienst eingesetzt. Der Molsen fuhr lange Zeit regelmäßig auch nach der Oberelbe. Zu diesem Zweck waren bei den Schiffen die Signalmasten hydraulisch abzusenken. Bis zum Schiffhebewerk Scharnebek im Elbe-Seiten-Kanal und nach Lauenburg führte es den Molsen planmäßig. Auch Häfen an der Unterelbe konnten wegen des geringen Tiefgangs gut angelaufen werden, z. B. Glückstadt, Uetersen usw.

    Gruß

    Michael
    PS.: Wie die Typschiffe hatten auch diese Schiffe Pforten am Oberdeck…

    #70915

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    A prospos Finkenwerder Linie…

    Die Finkenwerder` hatten früher einen eigenen Flottenteil, der seinen Liegeplatz auch in Finkenwerder hatte. Zudem gab es dort einen eigenen Fährverwalter, heute würde man wohl Fleet-Manager dazu sagen. Der „Ober-Fährverwalter“ hatte sein Büro an den St. Pauli-Landungsbrücken.

    Zu den Finkenwerder Typ-Schiffen zählten zunächst die Sechshunderter in ihrer Ursprungsversion (z. B. Jungfernstieg), die gleichnamige Finkenwerder natürlich auch. Später versahen die Besatzungen, die vorwiegend aus Finkenwerder selbst bzw. dem Alten Land kamen Dienst auf einer Reihe von Stammschiffen: Ottensen und Othmarschen, Stadersand, Eppendorf, Kirchdorf und Meiendorf. Hinzu kam die kleine Cranz. Vermutlich war es den Finkenwerder Schiffsführern wohl auch zu kompliziert, sich an die moderneren Schiffe der Viererserie Hans Albers usw. zu gewöhnen, zumal das schnelle An- und Ablegen mit ihnen nicht möglich war. Lange Zeit versahen die nie umgebaute Volksdorf bzw. die Wohldorf den Dienst, der damals selbstverständlich rund um die Uhr angeboten wurde. Die Wohldorf war übrigens das letzte und damit auch einzige Schiff ihres Typs, dass den abnehmbaren Aufbau des Oberdecks behielt. Die Getriebeschiffe (Eppendorf usw.) hatten die Dächer praktisch nie getragen, die Sülldorf gab es beim Umbau zur St. Pauli (II) ab und das der Pöseldorf wurde fest montiert, also leicht modifiziert aufgeschweisst. Bleibt noch die Niendorf, die den längsten Teil ihrer Dienstzeit ebenfalls „oben-ohne“ unterwegs war.

    Gruß

    Michael

    #70916

    die Molsen ist heute aus der Werft wiedergekommen. Sie hat nen neuen Anstrich gekricht und ist jetzt wieder richtig schön augenkrebsgelb

    #70917

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    ich glaube, vor gut 2 Jahren ist ja mal intensiver an der „Molsen“ „rumgeschraubt“ worden, wenn ich mich recht erinnere, ist etwas mit den Maschinen gemacht worden, weiß jemand was oder gab es gar neue? Vor der Reparatur zog sie jedenfalls immer eine dicke Qualmwolke hinter sich her…

    Gruß,
    Michael

    #70918

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Moin,

    MOLSEN und ALBERS liefen stets am Limit, d. h. die Maschinen wurden praktisch immer mit nahezu 100 % Leistung gefahren. Deshalb war das achtere Freideck auch immer schön warm und die beiden konnten es gar nicht ab, wenn nur eine Maschine lief. Kam zwar nur selten vor, dass mal unterwegs eine defekt war, dann lief die zweite Maschine jedoch schnell heiß. Erstaunlich, dass die Maschinen überhaupt so lange hielten!

    Gruß

    Michael

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