Niederelbe-Verkehr

Dieses Thema enthält 210 Antworten und 22 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Christian Hinkelmann vor 4 Wochen, 1 Tag.

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  • #69625

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    wie geht es eigentlich mit dem Niederelbe-Verkehr weiter? „Jan Molsen“ und „Max Brauer“ abwechselnd nach Bedarf bei gleichem Fahrplan? Oder ist was anderes geplant?

    Gruß,
    Michael

    #71005

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Das wäre schön! Aber ich glaube nicht daran. Leider ist für keine Reederei hier noch etwas zu verdienen. Man ist halt schnell mit dem Auto im Alten Land – für viele Leute ist diese schöne Gegend auch kein Ausflugsziel mehr. Die Zeiten sind wohl vorbei, zumal die Fahrt relativ lange dauert und nicht ganz billig ist. „Zeit ist Geld und Geiz ist Geil!“ 🙁

    Zumindest bei der MAX BRAUER könnte ich mir vorstellen, dass man sie lieber heute als morgen verkauft.

    Gruß

    Michael

    #71006

    imported_chris
    Mitglied

    Die Max Brauer ist mir auch bis heute ein Rätsel, bzw. warum die Hadag sie bauen ließ.
    Nicht Fisch nicht Fleisch. Für den Hafenverkehr zu groß – und im Ausflugsverkehr kam sie ja irgendwie auch nie so richtig zum Zug.
    Dabei wurde das Schiff so vollgestopft mit Möglichkeiten. Aber irgendwie krankt die Fähre gerade daran, dass sie für möglichst ALLE Einsatzgebiete perfekt sein soll und dadurch keinem Anspruch so richtig gerecht wird….

    Ich bin aber auch gespannt, wer künftig auf der Niederelbe unterwegs ist. Wahrscheinlich sowas in Richtung „Falkenstein“ o.ä. Ich bin der Meinung, dass ich von diesem Typ diesen Sommer auch schon mal ein Schiff Richtung Lühe hab fahren sehen.

    Dass die Niederelbefahrten ganz eingestellt werden, kann ich mir nicht vorstellen…

    #71007

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Ich möchte mir eine Einstellung des Niederelbeverkehrs auch nicht vorstellen, zumal ich die Tour gewiß schon hunderte Male gemacht habe. Gleichwohl macht es betriebswirtschaftlich wenig Sinn, da die Schiffe planmäßig/regelmäßig fahren müssen, um Fahrgäste zu finden – und zwar auch bei Schietwetter, von dem es hierzulande ja leider genug gibt. Als reiner Staats- und Zuschußbetrieb hat man es sicher früher eben geleistet, auch mal tagelang fast leere Schiffe zur Lühe zu schicken. Gleiches gilt übrigens auch für die Hafenrundfahrt. Inzwischen müssen selbst staatlich organisierte und natürlich auch subventionierte Unternehmen zumindest mit einer möglichen Kostendeckung kalkulieren. Und eben das ist kaum wahrscheinlich mit zwei Abfahrten pro Tag. Die Stadt Hamburg bzw. deren Steuerzahler würden sich sonst einen schönen Luxus leisten und die Frage ist, ob es das wert ist. Nicht ohne Grund haben die zahlreichen Mitbewerber bislang die Finger aus diesem Fahrtgebiet gelassen.

    Michael

    #71008

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    na ich hoffe mal nicht, dass die Fahrten nach Lühe eingestellt werden. Ein kleineres, nur mit zwei Mann besetztes Schiff, wie z.B. die „Falkenstein“ reduziert die Kosten ja dann doch schon recht gut (-2 Mann). Nur ein kleines „Facelift“ innen, sozusagen zum „Ausflugsschiff“, fände ich bei der „Falkenstein“ allerdings sehr angebracht.

    Was die „Max Brauer“ angeht, ist ihr Problem, wie schon erwähnt, wirklich, dass sie eine „eierlegende Wollmilchsau“ ist – also kann alles, doch nichts richtig! Der mögliche Verkauf der „Max Brauer“ gestaltet sich bestimmt schwierig, erstens ist der Markt für kleine Passagierschiffe recht tot; es gibt schon genug Schiffe die auf einen Käufer warten, seit die zollfreien Einkaufsfahrten nicht mehr angeboten werden können. Zweitens ist das Schiff nun, wenn ich richtig liege, als Binnenschiff klassifiziert, d.h. ein möglicher Käufer müßte erst einmal in das auch nicht mehr taufrische Schiff einiges `reinstecken. Übrigens war die „Weiße Flotte“ laut dem Buch von Dethlefsen über die Schifffahrt auf der Flensburger Förde, durchaus daran interessiert nicht nur die „Schönfelder“, sondern auch die „Brauer“ zu kaufen, aber damals wollte die HADAG nicht.

    Gruß,
    Michael

       

    #71009

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Auch Moin,

    zunächst wäre eine Personalreduktion gegenüber z. B. der TONNDORF mit der FALKENSTEIN nur begrenzt möglich. Während die TONNDORF drei Mann Besatzung hatte (Schipper, Kassierer und Decksmann), würde die FALKENSTEIN mindestens zwei Mann brauchen. Bei ausreichend großer Resonanz sollte wohl ebenfalls ein dritter Mann obligatorisch sein.

    Mit einem Schiff allein kann man auf einer so langen Strecke keine dauerhaft attraktive Ausflugslinie erhalten. Das würde nämlich bedeuten, dass bei schönem Wetter knapp zweieinhalb Stunden kein Schiff an den Landungsbrücken bereit liegt, es also fast Zufall ist, ob der potentielle Fahrgast ein Schiff antrifft. Gleiches gilt für die Rückfahrt, die entweder sofort (ab Lühe) oder erst und dann nur noch drei Stunden später möglich ist. Damit kann man keine kostendeckende Auslastung erreichen. Erst recht bei unbeständigem Wetter braucht der Kunde Alternativen, auch was die Rückfahrt angeht. Dazu wären aber mindestens zwei Schiffe erforderlich, die – ich schrieb es schon – bei jedem Wetter bereitliegen müßten.

    Wie schlecht die Resonanz bei Unterelbefahrten sein kann, hat auch der Mißerfolg der Schnellfähren gezeigt, die bis Stade unterwegs waren und inzwischen den Betrieb eingestellt haben.

    Gruß

    Michael

    #71010

    hä? Der Elbe-City-Jet fährt aber noch

    #71011

    MichaelS
    Keymaster

    Hallo Michael,

    wie schon erwähnt, fährt der Elbe-City-Jet, er hat sich aber von einer möglichen Nahverkehrsalternative auf dem Wasser, als die der er beim Start des Projekts (mit Hadag-Beteiligung) gedacht war, zu einer rein touristischen Verbindung verändert. Die Gründe dafür sind durchaus vielschichtig, kein Winterverkehr mit den Cats möglich, S-Bahn Ausbau, Lage Anleger Stadersand, Auto günstiger etc.
    Außerdem bin ich zwar kein Wirtschaftsfachmann, aber ich denke Du legst bei Deiner Analyse zu viel wert auf „Laufkundschaft“. Stammkunden, Ausflügler, Touristen sind für die Wochenendtouren aber denke ich wichtiger und, wenn man den Fahrplan ordentlich bewirbt, kann ein solches Konzept auch aufgehen.

    Gruß,
    Michael

    #71012

    imported_chris
    Mitglied

    …womit wir bei der zentralen Frage wären, wieviel man als Unternehmen investieren muß, um eine optimale Nachfrage zu erzeugen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Niederelbefahrten deswegen so wenig genutzt werden, weil das Angebot nicht gerade verlockend ist. Für einen Tagesausflug nach Lühe habe ich genau eine Fahrtmöglichkeit – um 10.30 Uhr ab Landungsbrücken. Auf dem Rückweg steht mir – wenn ich nicht sofort zurück will – auch wieder nur eine einzige Fahrtmöglichkeit zur Verfügung.

    Gerade in Zeiten, in denen wir immer weniger Freizeit haben und immer spontaner handeln ist das zu wenig! Ich hab es oft an mir selbst erlebt, dass ich mit Freundin zufällig im Hafen war und auf die Idee kam, ins Alte Land zu fahren. Das Schiff war nur leider gerade weg und für die zweite Abfahrt am Nachmittag hätte die Aufenthaltszeit in Lühe in keinem Verhältnis mit dem Fahrpreis gestanden. Also, haben wir was anderes gemacht.

    Außerdem macht die Hadag kaum auf die Niederelbefahrten aufmerksam. In Wittenbergen gibt es z.B. weder Fahrplan noch Hinweisschild, dass dort Fährschiffe verkehren. Kein Wunder, dass dort niemand zusteigt! Woher soll denn der unwissende Elbspaziergänger wissen, dass er auch mit dem Schiff nach Blankenese oder Schulau fahren könnte, anstatt zu laufen?

    Ich denke, die Hadag befindet sich da in einem Teufelskreis. Der sinkenden Nachfrage begegnet man mit einem gekürzten Angebot und weniger Werbung. Das aber wiederum läßt die Nachfrage weiter sinken. Dann stehen wiederum Angebotskürzungen an.

    Wenn ich z.B. als Busbetrieb meine Busse statt im 10 Minutentakt nur alle 55 Minuten fahren lasse, spare ich zwar erstmal Betriebskosten. Gleichzeitig werden aber auch immer weniger Menschen mitfahren, weil ihnen das Angebot zu unflexibel ist. Langfristig dürfte diese Strategie zum Scheitern verurteilt sein.

    Die Niederelbefahrten könnten wieder ein Erfolg werden, wenn die Hadag jetzt investiert. Stündliche Abfahrten am Wochenende in einem festen Takt, den man sich merken kann. Dazu eine passende Werbekampagne, die zeigt, wie flexibel man sich den Ausflug ins Alte Land gestalten kann. Und: Vernünftige Hinweise und Fahrpläne an den Anlegern!

    Das kostet zwar erst einmal deutlich mehr, als wenn man alles so läßt, wie es ist. Mittel- und langfristig könnte sich das ganze aber auszahlen. Und zwar dann, wenn die gestiegene Nachfrage die Kosten des zusätzlichen Angebots deckt. Und wenn nicht, kann man das Angebot immer noch ganz einstellen, mit der Begründung, man habe alles versucht.

    Genau diese Flexibilität durch ein großes Fahrtenangebot hat die Linie 62 nach Finkenwerder so erfolgreich gemacht. Wärden die Schiffe dort nicht alle 15 Minuten fahren, sondern nur alle 2,5 Stunden, sähe die Nachfrage dort bestimmt schlechter aus.

    Grüße, Christian

    #71013

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Beim Elbe-City-Jet habe ich mich in der Tat mißverständlich ausgedrückt und die Zeit gemeint, als mit zwei kleineren Katamaranen (HANSEBLITZ und HANSEPFEIL) ein regluärer Linienverkehr im Sinne des ÖPNV angestrebt wurde. Die damals „zur Mitarbeit eingeladene“ Hadag hatte dankend abgelehnt. Der ursrpünglich für Cuxhaven-Fahrten vorgesehene, größere Katamaran ist natürlich noch im Einsatz!

    Den Erläuterungen von Christian ist bzgl. der Fahrplandichte nichts hinzuzufügen. Die Stammkunden der Finkenwerder-Linie kommen schließlich in erster Linie, weil sie wissen, wie oft ein Schiff abfährt und weil es mit der HVV-Fahrkarte ohne weitere Kosten geht. Das ist zur Niederelbe eben nicht so einfach. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Stammkunden und deutlich mehr Touristen für diese Langstrecke gewonnen würden, wenn neben dem Takt im Fahrplan auch ein deutlich gesteigerter Service geboten wird. Z. B. mit einer anständigen Restauration an Bord und alles zu zivilen Preisen. Vielleicht sollten sich die Mitbewerber (Hadag, Prüsse, Meyer, Abicht…) in einem Gemeinschaftsfahrplan/Joint-Venture die Chancen und Risiken teilen. Mit einem Fährdampfer a la FALKENSTEIN ist jedenfalls kaum ein Blumentopf zu gewinnen…

    Gruß

    Michael

    #71014

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    wenn ich recht informiert bin, war die HADAG 1996/97 Gesellschafter des ECJ-Projekts und stieg deshalb 1997 aus dem Projekt aus, da das Engagement des ECJ nach Cuxhaven das politisch gewollte Tätigkeitsfeld der Hadag überstieg. Dafür stieg dann die FRS ein. Die Politik ist wohl auch der Schlüssel für steigende Fahrgastzahlen im Niederelbeverkehr. Denn ein wichtiger Faktor ist die Aufnahme der Niederelbestrecken in den HVV, aber das ist wohl mehr eine politische Entscheidung als eine Betriebsinterne des HADAG. Die Idee mit dem Joint Venture finde ich nicht schlecht. Ein schönes Schiff für die Strecke fände z.B. die „Olympic Star“ von Abicht. 

    Gruß,
    M

    #71015

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    JAN MOLSEN zur Niederelbe? Es geistern hier und da Gerüchte umher, dass die auch nicht ganz taufrische JAN MOLSEN die Traditionslinie zur Unterelbe aufnehmen würde…

    Gruß

    Michael

    #71016

    MichaelS
    Keymaster

    Hallo Michael,

    na da bin ja gespannt, ob und wann es wieder zur Unterelbe geht. Der neue Niederelbefahrplan ist auch on (http://www.hadag.de/niederelbe.php?show=termine). Er unterscheidet sich, wenn ich den 2006er recht erinnere, nicht von diesem.
    Ich bin mal gespannt, wie sich „welches Schiff auch immer“ gegen die verstärkte Konkurrenz des ECJ mit den Schulau-Anläufen schlägt!

    Gruß,
    Michael

    #71017

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    ich gerade auf dem Rückweg vom Einkaufen an Schulau vorbei und da fuhr gerade ein Typ 2000 („Harmonie“ oder „Hafencity“) Richtung Lühe, ist das die Regel oder nur „Krankheitsvertretung“ ????

    Gruß
    Michael

    #71018

    das war die Harmonie. Das war nur vertretungsweise wegen Molsen und Kirchdorf verchartert. Brauer war geplant, war aber nicht einsatzbereit.

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