Pressefrühstück 2007

Dieses Thema enthält 7 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  MichaelS vor 12 Jahre, 7 Monate.

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  • #69659

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    schon etwas älter jetzt erst gesehen – am 23.03.07 fand das Pressefrühstück der Hadag statt. Den Pressetext mit etlichen interessanten Infos gibt es im Netz unter http://www.hadag.de/presse.php. Außerdem finden sich dort zwei Bilder vom Umbau der „Wolfgang Borchert“. Interessant finde ich besonders die Graphik mit den Fahrgastzahlen und die Nachricht, dass es 2008 ein neues „Bügeleisen“ geben wird.

    Gruß,
    Michael

    #71548

    Sven_hh_23
    Mitglied

    Wow, schöne Bilder, wo wird „Wolfgang Borchert“ den umgebaut???

    #71549

    imported_chris
    Mitglied

    Die Niederelbe blieb mit rd. 19.000 Fahrgästen unter
    dem Vorjahresergebnis (-4%)

    Kein Wunder. Und ich glaube nicht, dass es bei der aktuellen Tonnage auf den Niederelbefahrten besser wird.

    Am letzten WoEnde saßen gerade mal 10 Leute auf dem viel zu kleinen Freideck der „Jan Molsen“ (wobei die paar Leute das Freideck schon fast gefüllt haben).

    Attraktive Touristikfahren sehen anders aus..
    Grüße,

    Christian

    #71550

    MichaelS
    Keymaster

    Die „WoBo“ wird bei SSB in HH-Oortkaten umgebaut. http://www.spezialschiffbau.de/ < - Vorsicht äußerst üppige Internetpräsenz ;D! Hier wurden auch schon fast alle Bügeleisen gebaut und die „Kleinen“ („Altona“, „Blankenese“ etc.) umgebaut. Nun ja, mit der aktuellen Tonnage wird es etwas schwierig ein gutes Angebot zu machen. „Molsen“ ok, aber wie schon gesagt, Freideck zu klein, „Brauer“ zu groß und teuer für den Normalbedarf, „Kirchdorf“ mit Harufa beschäftigt und sonst Ebbe. Aber mal schauen was der Umbau bringt….. Michael, der heute einen „Aküfi“ (Abkürzungsfimmel) hat

    #71551

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Schön einerseits, dass es bei der Hadag mit dem Fährverkehr im HVV so gut läuft. Weniger überzeugend andererseits, wie die Hadag auf die in der Presseerklärung selbst konstatierte, anhanltende Belebung im Tourismus der Hansedtadt reagiert!
    Allein mit der „Kirchdorf“ kann kein attraktives Angebot in der Rundfahrt geboten werden. Abgesehen vom Flair dieses alten Schiffes, wird das Ausfallrisiko über die Jahre nicht geringer. Und ein Rundfahrtanleger, der jeweils 60 Minuten lang unbesetzt ist, generiert keine stabilen Fahrgastzahlen.
    Offensichtlich ist man bei der Hadag nicht wirklich an einem funktionierenden Touristiksegment interessiert, sonst hätte man gewiß andernorts geeignete Tonnage einchartern können.

    Gleiches gilt für die Niederelbefahrt. Natürlich könnte ein verregneter Sommer derartige Charterpläne zum finanziellen Risiko machen, aber unternehmerisches Risiko ist nun einmal auch der Schlüssel zum Erfolg.

    Schade, dass Herr Wrage und sein Aufsichtsrat hier nur so verhalten agieren und das Feld den anderen Reedern kampflos überlassen haben!

    Gruß

    Michael

    #71552

    MichaelS
    Keymaster

    Nun ich denke, die ganze Geschichte ist historisch bedingt.

    Seit dem „Astor“-Desaster wird die Hadag von den entscheidenen politischen Stellen nur noch als Dienstleister im Nahverkehrsbereich, mit kalkulierbarem Risiko, gesehen. Der touristische Bereich wird nur aus Tradionsgründen aufrecht erhalten, im Moment ohne Aussicht auf weiteren Ausbau.
    Das ist sicherlich zu bedauern, denn wie Du schon sagst Michael, an verfügbarer Chartertonnage kann es nicht liegen, z.B. durch den Wegfall der Grenzen gab und gibt es genug Schiffe ohne oder mit schlechter Beschäftigung und auch im Binnenschiffssegment würde man sicherlich fündig!

    Gruß,
    M

    #71553

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Was das Hadag-„Desaster“ angeht, so gehöre ich wohl zu den wenigen Vetretern, die im damaligen Hadag-Chef Jacobsen eher so etwas sehen, wie einen Visionär anstelle eines „Ruineurs“!
    Die Stichworte „QM2“ oder ganz aktuell „AIDAdiva“ zeigen, dass der deutsche Kreuzfahrtmarkt bei der Indienststellung der „Astor“ (I) einfach noch nicht reif war, es aber längst geworden ist.
    In die Zeit von Jacobsen fällt aber auch der Umbau der „Sülldorf“ zum Partyschiff „St. Pauli“ (II), der als wegweisend für den Wandel vom Fährunternehmen zum Hafen-Touristikunternehmen angesehen werden kann. Leider hatten weder die Stadt Hamburg, noch die am „Unternehmen Astor“ beteiligten Konzerne (z. B. TUI) das nötige Durchhaltevermögen, so dass mit dem Zusammenbruch des Hadag Cruise Engagements der schrittweise Ausstieg aus dem Touristikgeschäft begann. Es ist doch verblüffend, dass die anderen Rundfahrt-/Touristikreeder seit vielen Jahren scheinbar problemlos über die Runden kommen, und das teilweise mit hochmoderner und kostenintensiver Tonnage.

    Gruß

    Michael

    #71554

    MichaelS
    Keymaster

    Hallo Michael,
    ich bezog das „Desaster“ nur auf die Wirkung, die es auf den Politik und die Öffentliche Meinung gehabt hat – und damit auf die heutige Definition der Hadag.
    Ich war damals noch zu jung um die Informationen aus erster Hand zu haben.
    Das die gravierenden Fehler, die damals gemacht wurden, nicht nur auf Herrn Jacobsen zurückgehen ist aber auch aus den Quellen ersichtlich. Die Idee, die damals recht marode HADAG finanziell durch ein Kreuzfahrtschiff zu retten war sicherlich visionär, aber Visionen mit Politikern durchzusetzen ist -auch nach eigener Erfahrung- ein mühsames Geschäft. „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, hat glaube ich Helmut Schmidt mal sinngemäß gesagt, so wird es wohl häufig in der Politik gesehen, daher sind Visionen meiner Erfahrung nach einfacher in der reinen Privatwirtschaft umzusetzen.

    Dort muß man nicht so viele Kompromisse machen, hat aber auch ein höheres Risiko. Aber seiner Zeit voraus zu sein muss nicht umbedingt zu wirtschaftlichem Erfolg führen, dafür gibt es auch in der Schifffahrt viele Beispiele, z.B. ein ganz altes – Brunels „Great Eastern“. Daher ist schwer zu sagen ob ein langer Atem gereicht hätte, das Projekt in der damaligen Konstellation zum Erfolg zu führen. Das das Schiff und seine Konzeption gut war und ist, zeigt der Erfolg der Schiffes am deutschen Markt bis heute.

    Wäre der Erfolg der Hadag Cruise Line eingetreten, würde ich mal vermuten, dass wir heute eine ähnliche Situation der Hadag hätten, denn der lukrative touristisch operierende Teil wäre in Zeiten leerer öffentlicher Kassen bestimmt längst verkauft worden! 

    Warum allerdings so wenig aus dem Kapital des wachsenen Tourismus gemacht wird, erklärt auch das nur teilweise…..

    So sehen wir betroffen das Posting beendet und viele Fragen offen ;D
    M

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