Unvorstellbare Zustände

Dieses Thema enthält 2 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Reeperbahn vor 13 Jahre.

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    Reeperbahn
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    Man kann es sich heute kaum noch vorstellen. Es gab Zeiten, als die Landungsbrücken von oben bis unten voller Hadag-Schiffe lagen! Die Mitbewerber hatten nur Barkassen und kein Recht, an der Außenkante der Brücke zu liegen, da hatte die Staatsreederei Hadag jahrzehntelang ein unangefochtenes Monopol. In der Hauptsaison während der 70er Jahre z. B.  legte alle halbe Stunde ein Schiff nach Finkenwerder ab, alle Stunde eines nach Harburg bzw. Kattwyk. Alle zwanzig Minuten ging eine Hafenrundfahrt los und immer auf Halb fuhr die Fähre 7 ab.

    Hinzu kamen die Schiffe zur Unterelbe, die in der Hauptsaison stündlich von 9.00 bis 17.00 Uhr abfuhren. Es waren dies vor allem die Jungfernstieg, Moorburg und Bergedorf. In den Ferien und am Wochenende übernahm der Bürgermeister Mönckeberg die 11.00 und 15.00 Uhr Touren. Zu Spitzenzeiten, z. B. an Himmelfahrt, wurde alle halbe Stunde eine Abfahrt angeboten, dann kamen zumeist die Tonndorf, Pöseldorf u. ä. zum Einsatz. Den Höhepunkt stellten Tage dar, an denen sogar zur regulären Abfahrtszeit noch ein zweites Schiff abging. Diese sogenannten Vorläufer fuhren direkt nach Blankenese und von dort über Stationen zur Lühe – dann ging es sofort leer und direkt zurück. Umgekehrt liefen am späten Nachmittag Schiffe leer nach Schulau, um den Rückreisestrom zu bewältigen. Hier wurden ausnahmsweise auch Vierhunderter eingesetzt.

    Die Stamm- und Verstärkerschiffe waren allesamt Sechshunderter und es war keine Seltenheit, dass mehr als 300 Personen an Bord waren! Ich selbst habe erlebt, dass auf der Tonndorf einmal über 450 Passagiere an Bord waren! Die Pontons von Schulau und Lühe mußten gesperrt werden, damit die dort wartenden Passagiere diese nicht zum Kentern brachten. Kontrolleure standen eigens dafür bereit, ebenso bei den ankommenden Schiffen an den Landungsbrücken. Schwarzfahrer hatte eigentlich keine Chance!

    Eine der Schiffsbesatzungen hatte besonders viel zu tun. Es war üblich, dass die 9.00, 13.00 und 17.00 Uhr Tour von einem Schiff mit einer Besatzung gefahren wurde, das heißt, sowohl die erste als auch die letzte Abfahrt des Tages. Praktisch keine Pause für den Schiffsführer, da es bei den kurzen Liegzeiten an der Lühe (max. 15. Min) und in Hamburg (max. 30 Min) genug zu tun gab. Der Schiffsführer war nebenbei auch noch alleine für die Maschine zuständig! Die Reinigung der Schiffe wurde ebenfalls durch die Besatzung vorgenommen, innen und außen! Bei ungünstiger Tide ging der Tag/Dienst, der morgens um 7.00 Uhr anfing, bis 21.00 Uhr! Und es war ebenfalls keine Seltenheit, dass dieselbe Besatzung mehrere Tage hintereinander auf der 9-13-17 unterwegs war!

    Unvorstellbare Zeiten?!

    Michael

    #70941

    Anonym

    @reeperbahn wrote:

    In der Hauptsaison während der 70er Jahre z. B.  legte alle halbe Stunde ein Schiff nach Finkenwerder ab, alle Stunde eines nach Harburg bzw. Kattwyk. Alle zwanzig Minuten ging eine Hafenrundfahrt los und immer auf Halb fuhr die Fähre 7 ab.

    Hallo Michael,

    scheinst ja nicht ganz Unrecht zu haben, früher lagen mehr Schiffe der HADAG am Anleger. Aber auf der Linie 62 nach Finkenwerder fahren die meiste Zeit des Tages alle 15 Minuten ein Schiff. Und dass das ganze Jahr hindurch. Dann wird ja immer noch die Linie 61 nach Neuhof und die Linie 73, die zum Teil im Halbstundentakt an den Landungsbrücken ablegen. Gut, die Niederelbefahren hat man abgegeben, aber dafür sind jeden Tag mindestens 2 Schiffe im Shuttle Einsatz zum Theater im Hafen (König der Löwen).

    Insgesamt hat die HADAG wieder ganz gut zu tun, wenn man sich im Vergleich mal anschaut, wie die Situation Mitte der Neunziger war…

    Schönen Gruß,

    Ingo

    #70942

    Reeperbahn
    Teilnehmer

    Hallo Ingo,

    Du hast natürlich recht mit dem heutigen Verkehr. Allerdings ist das Bild an den Landungsbrücken ein anderes, da viele andere Schiffe von Abicht, Prüsse usw. an der Brücke liegen…

    Gruß

    Michael

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