Verbleib ex ATG Schiffe

Dieses Thema enthält 48 Antworten und 10 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  MichaelS vor 2 Monate, 2 Wochen.

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  • #76767

    Stoomgek
    Teilnehmer

    Am Ballindamm liegt die 1931 gebaute „Alster“ Der letzte als richtiges Dampfschiff gebaute Alsterdampfer…

    #76768

    Hamburguide
    Mitglied

    Danke für die Information. Muss ich mir mal aus der Nähe angucken.

    Gruß

    #76769

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    hier mal zum Vergleich eine Bugansicht (von Harald) der ALSTER

    Gruß
    Michael

    #76770

    Stoomgek
    Teilnehmer

    So sah die „Alster“ aus, als sie neu war… 🙂

    #76771

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    hier noch einmal ein Blick auch in die HERZOGIN LUISE ex FLEETENKIEKER bei der Verschleppung. http://www.dailymotion.com/video/xxzg32_130304-schiffe-grabow-032510_news Schon traurig 🙁 . In Grabow habe ich das Schiff vor zwei Wochen nicht mehr gefunden, auch nicht bei der Firma Holke, die das Abschleppen damals durchgeführt hat. Ebenfalls ist sie nicht auf Google Earth in Grabow und umzu nicht zu sehen. Hat jemand ne Idee?

    Gruß
    Michael

    #76772

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    bin im Laufe der Woche über die Elbbrücke bei Lauenburg gefahren. Dabei machte ich folgende (aus Zeitgründen leider nur flüchtige) Beobachtung.

    An Land, neben der großen Schiffbauhalle der Hitzler-Werft, lag auf der Elbseite ein Schiff, welches mit Sicherheit ein Alsterschiff ist. Wenn ich mich festlegen sollte ist es die „Tarpenbek“.
    Letzter im Forum gemeldeter Standort der „Tarpenbek“ ist ja „Brauer‘s Aalkate“ am Nord-Ostsee-Kanal. Da aber auf der Aalkaten-Webseite nichts von einem Schiff als Bewirtungsraum zu finden ist, gehe ich davon aus, daß dieser Status bereits überholt ist.

    Wenn ich recht informiert bin, hat der Alsterdampferverein (DS „St. Georg“) auf der Werft noch mehr liegen. So gesehen würde die „Tarpenbek“ dorthin passen. Weiß jemand mehr?

    Es grüßt
    der Werner

    #76773

    Stoomgek
    Teilnehmer

    Moin….

    Werner hat es genau erfasst.

    Die „Tarpenbek“ soll vom Verein Alsterdampfschiffahrt e.V. als Prototyp dieser Alsterschiffe in den Ursprungszustand von 1935 restauriert werden.
    So kann das Schiff der Nachwelt erhalten bleiben.

    Ob die „Tarpenbek“ je wieder auf der Alster in Fahrt kommt steht allerdings in den Sternen.

    Nette Grüße von der Alster…

    #76774

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Zusammen,

    hier dann mal zwei Bilder…. ;).

    Die TARPENBEK war meines Wissens übrigens das zweite Schiff der Bauserie. 😉 Der Prototyp war die ISEBEK (gebaut als OTTO BLÖCKER), diese wurde 1960/61 ähnlich der SEEBEK umgebaut und 2003 verschrottet.

    Gruß
    Michael

    #76775

    Werner
    Teilnehmer

    Danke, Stoomgek, für die Info.

    Und Michael hat die Bilder dazu. Dann kann der Verein Alsterdampfschiffahrt e.V. sein Schiffsregister ja um eine Einheit erweitern. Ohne den derzeitigen Zustand der Schiffe „Winterhude“ und „Nixe“ zu kennen, vermute ich mal, daß die „Tarpenbek“ im Vergleich zu denen recht komplett ist. (Ich orientiere mich da an den Beschreibungen und Bildern der Schiffe auf der Vereinsseite.)

    Wenn die „Tarpenbek“ wie berichtet im Zustand von 1935 restauriert wird, müsste sie auch ihr Maschinenhäuschen erhalten. Durch dessen Scheiben habe ich als Kind liebend gerne das Ventilspiel des Dieselmotors beobachtet. Wenn sie nicht auf die Alster zurückkehrt, kann ich sie mir auch gut bei Fahrten auf dem Elbe-Lübeck-Kanal vorstellen. Oder von Zollenspieker über Hoopte und Stöckte (Stöckter Hafen) in die Ilmenau bis Bardowick. Bis Lüneburg hapert es wohl an der Schiffbarkeit der Ilmenau und dem Zustand der Schleusen.

    Es grüßt
    der Werner

    #76776

    Werner
    Teilnehmer

    Wieso ist die „Tarpenbek“ nicht mehr auf der Alster?

    In den 1980er Jahren war die Anzahl der Alsterschiffe traditioneller Bauart noch vollständig. Aus dem Vorkriegsbestand waren vorhanden: „Ammersbek“, „Bredenbek“, „Isebek“ (schon modernisiert), „Osterbek“, „Saselbek“, „Sielbek“, „Susebek“ und „Tarpenbek“. Nachkriegsbauten waren die „Eilbek“, die „Goldbek“ und die „Rodenbek“ (sie hatte als erstes Schiff traditioneller Art von Anbeginn an kein Maschinenhaus). Später folgte die Seebek, die sich durch einen moderneren Baustil optisch von den klassischen Alsterschiffen unterschied. Ihrem aussehen wurde die Isebek durch einen Modernisierungsumbau angepasst.
    Daneben gab es die Barkassen „Kollau“ und „Aue“ sowie den als Rundfahrtschiff konzipierten Neubau (aus den Niederlanden), die „Eilenau“ – Baujahr 1958. Neueste Zugänge waren die flachen Schiffe „Fleetenkieker“ aus 1976 und „Alsterschipper“ aus 1977.
    Die Schiffe dienten bis zum Winterfahrplan 1983 / 1984 neben touristischen Zwecken vorrangig als innerstädtisches Verkehrsmittel im Tarifverbund des HVV.

    In der Regel wurden für die Schiffe alle nötigen Wartungs- und Reperaturarbeiten auf der Alsterdampferwerft am Osterbek-Kanal durchgeführt. Sie verfügte damals über drei Slips um die Schiffe aus dem Wasser zu bekommen und über eine überdachte Wellblechhalle, in der die Schiffe einfahren konnten. Sie bot mindestens zwei Schiffen Platz. Heute ist nur noch ein Slip vorhanden sowie überdachte Liegeplätze. (Vielleicht weis ja jemand, wann die Werft verkleinert wurde.)

    Die „Tarpenbek“ sollte am Freitag, den 3. März 1989 zur Werft nach Finkenwerder gebracht werden. Um unter der flachen Reesendammbrücke in Richtung Elbe hindurchzukommen, müssen die traditionellen Schiffe jedoch stark abgesenkt werden. Bei den Nachkriegsneubauten dienten ausgediente Bremsklötze der Hochbahn (unter deren Flagge die Alsterschiffahrt seinerzeit betrieben wurde) als Ballast, damit die Schiffe von der Elbe kommend unter der flachen Reesendammbrücke hindurch die Binnenalster erreichten konnten. In diesem Zustand liegen die Schiffe deutlich tiefer im Wasser als bei der höchst möglichen Passergierzahl denkbar – sie sind regulär überladen. Das beladen mit Bremsklötzen ist natürlich mühsam und zeitaufwendig. Deshalb entschloss man sich bei der „Tarpenbek“ für Wasser als Ballast. In den Fahrgastraum wurden überdimensionale Schläuche gebracht, welche mit Wasser gefüllt so viel Ballast bringen sollten, daß die Reesendammbrücke ohne anzuecken in Richtung Elbe passiert werden konnte.

    Also Schläuche rein und Wasser laufen lassen, während die „Tarpenbek“ am Anleger Jungfernstieg vertäut war. Das Wasser läuft und der Schiffsrumpf gewinnt ganz langsam immer mehr Tiefgang. Es dauert. Aber irgendwann werden die Haltetaue, mit denen das Schiff an den Krampen am Anleger verbunden ist, zu kurz. Die „Tarpenbek“ hängt sich an der Steuerbordseite auf während die Backbordseite an Tiefgang gewinnt. Der Fahrgastraum wird zur schiefen Ebene! Die Schweren Wasserschläuche folgen der Schwerkraft und rutschen durch die Schräglage, relativ schlagartig, nach Backbord und bringen so das Schiff zum kentern.
    Mit der Backbordseite im Alsterschlick liegend ragt die Steuerbordseite zum Himmel. (Siehe dazu Bilder in der Galerie.)

    Am darauf folgenden Sonnabend, den 4. März wurde die „Tarpenbek“ am Anleger Jungfernstieg geborgen. Im Schlepp ging es dann zur Werft am Osterbek-Kanal. Dort verblieb das Schiff ein paar Wochen. Erst 1992 entdeckte ich das Schiff wieder. Es lag jetzt mit dem Namen „Hein Gas“ im Hochwasserbassin, parallel zur Straße Heidenkampsweg, beim Verwaltungsgebäude der Hamburger Gaswerke. Dort diente es als kleiner Konferenz- und Veranstaltungsraum. In Folge der Privatisierung der Hamburger Gaswerke zur E.On-Hanse wurden sowohl das Verwaltungsgebäude als auch die „Hein Gas“ veräußert.

    Ob die „Tarpenbek“ ohne die Havarie noch auf der Alster fahren würde ist reine Spekulation. Schließlich sind „Osterbek“, „Isebek“ und sogar die verhältnismäßig junge „Rodenbek“ (Baujahr 1956) von der Alster verschwunden. Andererseits sind die beiden 1937 gebauten und im täglichen Einsatz befindlichen Schiffe „Saselbek“ und „Susebek“, nur zwei Jahre jünger als die „Tarpenbek“.

    Es grüßt
    der Werner

    Bilder zum Thema unter: https://www.elbdampfer-hamburg.de/galerie/sonstige-hamburger-hafenschiffe/passagierschiffe/atg-und-alsterdampfschiffahrt-ev/ms-tarpenbek-am-34-maerz-19891-11489.html

    #76777

    MichaelS
    Keymaster

    Moin Werner,

    ich pflege diese sehr interessanten Zeitdokumente vom 3./4. März 1989 hier mal ein.

    DANKE!

    Gruß
    Michael

    #76778

    Hamburguide
    Mitglied

    Vielen Dank, ein schönes Zeit Dokument .
    Frage : Ballast verrutscht oder Unfall Treffer ?

    Gruss Michael H.

    #76779

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Hamburguide,

    Wie es zu der Situation kam ist von mir im Beitrag weiter oben (vor dem von Michael verschobenen Bildern) beschrieben worden,

    Gruß
    der Werner

    #76780

    Hamburguide
    Mitglied

    Danke Werner ,
    Durch den Seitenumbruch , habe ich deinen Beitrag nicht gelesen .
    Sorry , dann ist alles klar . Vielen Dank

    Gruss Hamburguide

    #76781

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    da wir grade die „Tarpenbek“ beim Wickel haben – vielleicht noch dies:

    Von 1962 bis 1975 gab es die Linie mit der grünen Flagge. Sie führte zunächst vom Jungfernstieg über Rabenstraße zur Mundsburger Brücke. Schon bald jedoch wurde der Linienweg geändert in Jungfernstieg – Mundsburger Brücke – Rabenstraße (und Gegenrichtung). An Sonn- und Feiertagen wurde die Linie nicht bedient. Es waren stets zwei Schiffe im Umlauf, um einen 20-Minuten-Takt zu gewährleisten (Sonnabends 30-Minuten-Takt).

    Fahrzeiten laut HVV-Fahrplan von 1972:
    Jungfernstieg – Mundsburger Brücke 12 Minuten
    Mundsburger Brücke – Rabenstraße 7 Minuten

    Die Schiffe fuhren nur in der morgendlichen HVZ zwischen 6:26 (ab Jungfernstieg) und 9:25 (an Jungfernstieg). Sowie der Nachmittags-HVZ zwischen 15:06 und 19:05. Sonnabends morgens von 7:01 bis 9:20 und mittags von 12:10 – 15:29. Zu der Fahrplangestaltung bedenke man, daß damals die Geschäfte in der City Sonnabends um 14:00 Uhr schlossen.

    Auf dieser Linie wurde von Anfang an mit Einmannschiffen gefahren. Der zweite Mann, der auf der gelben und blauen Linie kassierte und an den Stationen festmachte, wurde hier eingespart. Neben der Barkasse „Aue“ war die „Tarpenbek“ als Stammschiff auf dieser Linie festgeschrieben. Denn neben der Barkasse „Kollau“ (Stammschiff auf der Alsterfähre) und der „Aue“, war die „Tarpenbek“ das erste große Alsterschiff, welches mit Anlegemagneten ausgerüstet wurde. Parallel dazu wurden die Türen verändert. Die in einer Art Niesche nach innen versetzten Holztüren wurden durch elektrische Falttüren, wie sie bei der Hamburger Straßenbahn verwendet wurden, ersetzt. War ja alles Hochbahn-Bestand. Die Schiebegitter vor den Einstiegsnieschen blieben bestehen – waren jetzt jedoch stets offen. Später, als mehrere Schiffe umgerüstet waren, sah man dann die Rundfahrtschiffe bei gutem und heißem Wetter mit geöffneten hinteren Falttüren wo das geschlossene Schiebegitter als Reling diente. Das brachte mehr Luft in den Fahrgastraum.

    Hat jemand Kenntnis darüber, ob solche Anlegemagneten noch irgendwo auf der Welt Verwendung finden oder fanden?

    Es grüßt
    der Werner

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