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  • als Antwort auf: Alsterschiffe zurück in den HVV? #80277

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    dieser Wunsch ist nicht neu. Nach jeder Ankündigung warte ich vergebens auf die Umsetzung. Die Forderung nach einem Linienverkehr zum HVV-Tarif auf der Alster ist eine Sache, bei der Politiker aus der Bürgerschaft oder den Bezirksparlamenten, ein attraktives Verkehrspolitisches Thema ansprechen können, ohne daß ein Wiederstand aus der Bevölkerung zu erwarten ist.
    Es ist alles da – Schiffe genauso wie Anleger. Es Fallen keine Parkplätze weg, es entsteht kein Baulärm, es stört einfach niemanden wenn ein Alsterschiff von hier nach da fährt. Anders zum Beispiel bei einer neuen Straßenbahn: Da fürchten sich Anlieger vor langen Bauzeiten, wegfallenden Parkplätzen, (Geschäftsleute bangen in der Zeit um Kunden) Lärm und Dreck während der Bauzeit und quietschenden Rädern beim Betrieb. Und schließlich wird die Architektur durch die Fahrleitung gestört.

    Hier ist zum Beispiel ein Link zum „Wochenblatt“, in dem das Thema schon vor längerer Zeit behandelt wird. In dem etwas älteren Artikel kostet die Alsterkreuzfahrt noch 1,70€ pro Anleger (aktuell 2,00€). Auch Matthias Kruse (Vorsitzender des Vereins „Alsterdampfschiffahrt e.V. – Dampfer St. Georg) kommt darin zu Wort.

    http://www.hamburger-wochenblatt.de/eppendorf/lokales/ruf-nach-alsterlinien-d10458.html

    Als Winterhuder würde ich eine Linienverbindung über die Alster sehr begrüßen. Ich kenne die Metrobuslinie 6 recht gut. Trotz einem sehr dichten Takt (HVZ alle 6 Minuten puls eventueller Verstärker) sind die Busse voll. Im Straßenzug Mühlenkamp-Hofweg-Papenhuder Straße, beim Schwanenwik und in der Langen Reihe stehen die Busse gerne mal im Stau. (Trotz Busbeschleunigung.)
    Das ist auf der Alster nicht zu erwarten. Und in einem mir vorliegenden Fahrplan der HHA (Hamburger Hochbahn Aktiengesellschaft) aus dem Jahr 1958 ist zu ersehen, daß die Fahrzeit von der Saarlandstraße (Anleger im Osterbek-Kanal) über die Stationen Bachstraße, Mühlenkamp, Uhlenhorster Fährhaus, Rabenstraße, Atlantik bis zum Jungfernstieg 35 Minuten dauerte. Vom Mühlenkamp – ist auch Haltepunkt der Buslinie 6 – bis zum Jungfernstieg fuhren die Schiffe in 21 Minuten. Das ist recht flott und attraktiv.

    Nur bezweifle ich, daß es in absehbarer Zeit zu der Alsterschiffsverbindung kommt. Und im Artikel von „Nahverkehr Hamburg“ heist es (Zitat):
    „Laut Konzept sind für die Fahrten insgesamt fünf Schiffe nötig. Sie sind bei der Alstertouristik-Reederei bereits vorhanden und seien „in der morgendlichen Berufsverkehrszeit frei verfügbar“, heißt es.“ (Zitat Ende).
    Die Busse sind aber auch Abends voll. Eventuell sogar noch voller, da dann die Geschäfte der Innenstadt noch geöffnet haben, deren Kunden auch die Busse nutzen und damit füllen. Und dann stehen die Alsterschiffe eigentlich nicht zur Verfügung. Denn dann sind zwei Schiffe noch auf Alsterkreuzfahrt, drei bis vier Schiffe auf Alsterrundfahrt, und die Kanalfahrten werden auch noch bedient.

    Es grüßt
    der Werner

    als Antwort auf: ELBPHILHARMONIE (2017) #80250

    Werner
    Teilnehmer

    @Werner wrote:

    Hallo Forum,

    wunderbar, daß die HADAG ein neues Schiff mit erhöhter Kapazität hinzubekommt. Von Sietas – ist es so groß, das es nicht in Oortkaten gebaut werden kann? Aber der Flüssiggasantrieb scheint in Hamburg nur in der Theorie gewünscht sein. in der Praxis scheint der Weg dahin recht steinig zu sein. Siehe zum Beispiel hier:

    @MichaelS wrote:

    Moin Zusammen,

    Probleme für die HUMMEL http://www.welt.de/wirtschaft/article154201712/Die-Hamburger-Posse-um-das-Sauber-Schiff.html.

    Gruß
    Michael

    Auch Cassen Eils seine HELGOLAND kommt ja nicht nach Hamburg. Ich spekuliere mal ins Blaue: Liegt es doch am Antriebskonzept (Sicherheitsbedenken oder übertriebene Bürokratie)???

    Eventuell währe ja auch Wasserstoff eine Alternative. Aber die ALSTERWASSER auf der Alster scheint auch nicht mehr zu fahren. Und mit der Landstromversorgung hapert es auch. Wir haben ja die Grünen in der Bürgerschaft und im Senat. Dann wird das so auch alles recht umweltfreundlich und zukunftsorientiert sein.

    Es grüßt
    der Werner

    als Antwort auf: ELBPHILHARMONIE (2017) #80249

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    wunderbar, daß die HADAG ein neues Schiff mit erhöhter Kapazität hinzubekommt. Von Sietas – ist es so groß, das es nicht in Oortkaten gebaut werden kann? Aber der Flüssiggasantrieb scheint in Hamburg nur in der Theorie gewünscht sein. in der Praxis scheint der Weg dahin recht steinig zu sein. Siehe zum Beispiel hier:
    @MichaelS wrote:

    Moin Zusammen,

    Probleme für die HUMMEL http://www.welt.de/wirtschaft/article154201712/Die-Hamburger-Posse-um-das-Sauber-Schiff.html.

    Gruß
    Michael

    Auch Cassen Eils seine HELGOLAND kommt ja nicht nach Hamburg. Ich spekuliere mal ins Blaue: Liegt es doch am Antriebskonzept (Sicherheitsbedenken oder übertriebene Bürokratie)???

    Eventuell währe ja auch Wasserstoff eine Alternative. Aber die ALSTERWASSER auf der Alster scheint auch nicht mehr zu fahren. Und mit der Landstromversorgung hapert es auch. Wir haben ja die Grünen in der Bürgerschaft und im Senat. Dann wird das so auch alles recht umweltfreundlich und zukunftsorientiert sein.

    Es grüßt
    der Werner

    als Antwort auf: Museumsschiffe #80206

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Jan,

    für Deine doch recht umfassende Antwort gilt es ein aufrichtiges Dankeschön auszusprechen. Der Beitrag ist nicht nur beruhigend – er ist auch mit einigen Fakten zum Betrieb von traditionellen und / oder musealen Schiffen versehen, die sicherlich nicht allgemein bekannt sind.

    Wenn man dem Link zum Museumshafen Oevelgönne folgt, und dann auch dort noch wieder auf die darin verlinkten Seiten schaut, erkennt man, daß dieses Thema schon länger behandelt wird und nicht ganz so aktuell ist, wie es der NDR erscheinen lässt. (Das lag dann wohl an der tourismuspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion.) Auch ist auf der Seite vom Museumshafen recht genau definiert, wie sich historische Schiffe von traditionellen Schiffen unterscheiden. Für interessierte sehr lesenswert.

    Es grüßt
    der Werner

    als Antwort auf: Neue Containerbrücken für HH #79056

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    eigentlich es ist schade, das wir so was heute aus China holen.
    Es gab Zeiten, da kamen technische Einrichtungen zum Be- und Entladen der Schiffe aus Hamburg-Winterhude. Per Schlepper und Schute über Osterbek-Kanal, Außen- und Binnenalster, hindurch durch die Rathausschleuse direkt zur Kaimauer im Hafen. An den Dingern stand dann der Schriftzug KAMPNAGEL.

    Jedoch muß man eingestehen, daß die damit zu befrachtenden Schiffe auch auf der Stülckenwerft, der AG Weser, bei Blohm & Voss oder den Howaldswerken gebaut wurden.

    Es ist aber dennoch beeindruckend, daß so eine gigantische Fracht stabil über die Meere schippert.

    Es grüßt
    der Werner

    als Antwort auf: Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ geht auf große Fahrt #73614

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    auf der Internetseite des Raddampfers „Kaiser Wilhelm“ ist zu lesen, daß für 2017 wieder eine große Reise geplant wird. In der Zeit vom 21.07.2017 bis 30.07.2017 soll die Reise nach Berlin und zurück stattfinden. Auf dem Hinweg soll es ab Havelberg über die Havel gehen. Die geplante Rückfahrt erfolgt dann auf dem Elbe-Havel-Kanal nach Magdeburg und weiter über Tangermünde, Wittenberge nach Lauenburg.

    Näheres siehe hier:
    http://raddampfer-kaiser-wilhelm.de/Berlin-Reise_2017.html

    Es grüßt
    der Werner

    als Antwort auf: Linie 62 #79874

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    HVV und Tourismus. Das ist durchaus etwas, was zusammen gehört. Nicht nur, daß in vielen Reiseführern die Linie 62 als günstige Hafenrundfahrt erwähnt wird. Selbst der HVV bietet seine Verkehrsmittel den Touristen und Ausflüglern an. Zum einen gibt es die Hamburg-Card, die vorrangig ein Angebot an Touristen ist. Und sie ist als HVV-Fahrkarte eben auch für die Linie 62 gültig.

    http://www.hvv.de/fahrkarten/einzelkarten-tageskarten/hamburgcard/
    http://www.hamburg-tourism.de/suchen-buchen/hamburg-card/

    Zum anderen bietet der HVV seine Verkehrsmittel auch zu touristischen Zwecken an. Dazu gehört nicht nur die U3 zwischen Landungsbrücken und Baumwall. Auch die Buslinie 111 zählt zwischen Altona und Hafencity-Universität zu den touristisch interessanten Linien.

    http://www.hvv.de/ueber-uns/presse/pressemitteilungen/archiv/2015/PM150327_Ab_ins_Gruene.php

    Natürlich fährt ein Großteil der Fahrgäste mit der Linie 62 spazieren und möchte einen Blick auf Elbe und Elbufer haben. Zumindest alle, die in Finkenwerder nicht aussteigen oder in die 64 umsteigen. Und man stelle sich bitte mal vor, wenn nur 10% der Fahrgäste, die an einem bombigen Wochenende auf der Linie 62 unterwegs sind, auf den Elbhüpfer umsteigen würden. Dann ist der Elbhüpfer ebenso überfüllt und man sieht wieder nichts.

    Eventuell währe es Sache des Senats dafür zu sorgen, zum Ansehen der Stadt einen attraktiven Ausflugsverkehr auf der Elbe anzuregen. Eine Initiative dazu gibt es doch in Blankenese. Und wenn von privater Seite nichts kommt ist die Staatsrederei HADAG doch nichts falsches.

    Zurück zur Linie 62:
    Es wird einen Grund haben, weswegen die 2000er nur für 250 Personen zugelassen sind. Wie währe es mit einem Eintrag ins Guinness-Buch? Sicherlich kippt das Schiff auch bei 500 Paxen nicht um. Aber im Ernst – gerade am Wochenende sind viele Fahrräder an Bord. Und dann lass mal was irgend was an Bord passieren (Herzinfarkt, Platzangstpanik oder Sturz auf der Treppe mit Beinbruch). Dann ist das Geschrei in der Presse groß.

    Zudem erinnere ich hieran (vom 18. September 2012):
    @MichaelS wrote:

    Moinsen,

    ich möchte noch einige Sachen dazu bemerken:

    Erstens: Safety first, also natürlich sollten nie mehr als 250 Menschen an Bord eines Bügeleisens sein. Hier setzt die HADAG jetzt -nach einer Pressemeldung von heute Nachmittag- zusätzlich auf Manpower, die diese Höchstzahl überwachen sollen. Das Zählsystem wird überprüft.

    Zweitens: Die hohe Passagierzahl in den Spitzenzeiten zeigt doch sehr eindeutig, dass der Bedarf an Beförderungsplätzen höher ist als das Angebot. Dafür spricht u.a. ja auch dass Passagiere zum Teil in Finkenwerder nicht mehr zusteigen konnten, bzw. viele Passagiere die nach Finkenwerder wollen schon an den Landungsbrücken Richtung Sandtorhöft einsteigen, beides selber schon erlebt bzw. praktiziert.

    Daher sollte man, so finde ich, diesen unglücklichen Anlass -ob nun mehr Passagiere an Bord waren als erlaubt oder nicht-
    dazu nutzen der Argumentation folge zu leisten den Nahverkehr auf dem Wasser auszubauen und die HADAG die Möglichkeit geben ihre Passagierkapazität auszubauen sei es nun durch Neu- oder Umbauten. Auf Bus- oder Bahnlinien werdn ja auch Verstärker eingestetzt, nur gibt die jetzige Flotte der HADAG nicht allzu viel Reserve her, das sollte geändert werden.

    Ein Zählsystem bringt nicht mehr Sicherheit – es kontrolliert nur eine wie auch immer vorgegebene Zahl.

    Es grüßt
    der Werner

    als Antwort auf: Linie 62 #79871

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    wie sowohl NDR 90,3 als auch das Hamburger Abendblatt berichten, soll die zulässige Fahrgastzahl der Schiffe auf der Linie 62 von 250 auf 350 erhöht werden. Auch beabsichtigt man den Fahrplantakt im Sommer an den Wochenenden von 15 Minuten auf 10 Minuten zu verdichten.

    http://www.abendblatt.de/nachrichten/article207740627/Es-wird-eng-auf-den-Hadag-Faehren-Kuenftig-350-statt-250-Passagiere.html

    Eine Verdichtung des Taktes kann ich ja noch verstehen und ist mit Sicherheit eine Attraktivitätssteigerung. Die höhere Fahrgastkapazität jedoch halte ich für diskussionswürdig.

    Schon jetzt ist es so, daß an schönen Sommerwochenenden das Oberdeck derartig belegt ist, daß eine Sicht auf Elbe oder Elbufer kaum noch möglich ist. Das ist für Berufspendler sicherlich nicht so wichtig – für Touristen oder Tagesausflügler aber nicht schön. Der Fahrgastraum auf dem Hauptdeck bietet auch auf den wenigsten Plätzen eine gute Sicht. Zudem ist die Luft dort (gerade an sehr warmen Tagen) nicht die beste. Wenn die Schiffe mit 300 oder gar 350 Personen besetzt sind, dann ist die Fahrt kein Vergnügen mehr – nur noch ein Gedrängel.

    Vor noch nicht langer Zeit bekam die HADAG Ärger, weil die Fahrgastzahlen an Bord der Linie 62 angeblich zu hoch waren. Wo sind die Sicherheitsbedenken geblieben?
    Wie währe es einfach mit ein oder zwei größeren Schiffen? Eventuell zeitgemäße Ausflugsschiffe, die man auch im Niederelbedienst bis Lühe und (wenn man es will) darüber hinaus einsetzen könnte.

    Es grüßt
    der Werner

    als Antwort auf: Verbleib ex ATG Schiffe #76781

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    da wir grade die „Tarpenbek“ beim Wickel haben – vielleicht noch dies:

    Von 1962 bis 1975 gab es die Linie mit der grünen Flagge. Sie führte zunächst vom Jungfernstieg über Rabenstraße zur Mundsburger Brücke. Schon bald jedoch wurde der Linienweg geändert in Jungfernstieg – Mundsburger Brücke – Rabenstraße (und Gegenrichtung). An Sonn- und Feiertagen wurde die Linie nicht bedient. Es waren stets zwei Schiffe im Umlauf, um einen 20-Minuten-Takt zu gewährleisten (Sonnabends 30-Minuten-Takt).

    Fahrzeiten laut HVV-Fahrplan von 1972:
    Jungfernstieg – Mundsburger Brücke 12 Minuten
    Mundsburger Brücke – Rabenstraße 7 Minuten

    Die Schiffe fuhren nur in der morgendlichen HVZ zwischen 6:26 (ab Jungfernstieg) und 9:25 (an Jungfernstieg). Sowie der Nachmittags-HVZ zwischen 15:06 und 19:05. Sonnabends morgens von 7:01 bis 9:20 und mittags von 12:10 – 15:29. Zu der Fahrplangestaltung bedenke man, daß damals die Geschäfte in der City Sonnabends um 14:00 Uhr schlossen.

    Auf dieser Linie wurde von Anfang an mit Einmannschiffen gefahren. Der zweite Mann, der auf der gelben und blauen Linie kassierte und an den Stationen festmachte, wurde hier eingespart. Neben der Barkasse „Aue“ war die „Tarpenbek“ als Stammschiff auf dieser Linie festgeschrieben. Denn neben der Barkasse „Kollau“ (Stammschiff auf der Alsterfähre) und der „Aue“, war die „Tarpenbek“ das erste große Alsterschiff, welches mit Anlegemagneten ausgerüstet wurde. Parallel dazu wurden die Türen verändert. Die in einer Art Niesche nach innen versetzten Holztüren wurden durch elektrische Falttüren, wie sie bei der Hamburger Straßenbahn verwendet wurden, ersetzt. War ja alles Hochbahn-Bestand. Die Schiebegitter vor den Einstiegsnieschen blieben bestehen – waren jetzt jedoch stets offen. Später, als mehrere Schiffe umgerüstet waren, sah man dann die Rundfahrtschiffe bei gutem und heißem Wetter mit geöffneten hinteren Falttüren wo das geschlossene Schiebegitter als Reling diente. Das brachte mehr Luft in den Fahrgastraum.

    Hat jemand Kenntnis darüber, ob solche Anlegemagneten noch irgendwo auf der Welt Verwendung finden oder fanden?

    Es grüßt
    der Werner

    als Antwort auf: Verbleib ex ATG Schiffe #76779

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Hamburguide,

    Wie es zu der Situation kam ist von mir im Beitrag weiter oben (vor dem von Michael verschobenen Bildern) beschrieben worden,

    Gruß
    der Werner

    als Antwort auf: Verbleib ex ATG Schiffe #76776

    Werner
    Teilnehmer

    Wieso ist die „Tarpenbek“ nicht mehr auf der Alster?

    In den 1980er Jahren war die Anzahl der Alsterschiffe traditioneller Bauart noch vollständig. Aus dem Vorkriegsbestand waren vorhanden: „Ammersbek“, „Bredenbek“, „Isebek“ (schon modernisiert), „Osterbek“, „Saselbek“, „Sielbek“, „Susebek“ und „Tarpenbek“. Nachkriegsbauten waren die „Eilbek“, die „Goldbek“ und die „Rodenbek“ (sie hatte als erstes Schiff traditioneller Art von Anbeginn an kein Maschinenhaus). Später folgte die Seebek, die sich durch einen moderneren Baustil optisch von den klassischen Alsterschiffen unterschied. Ihrem aussehen wurde die Isebek durch einen Modernisierungsumbau angepasst.
    Daneben gab es die Barkassen „Kollau“ und „Aue“ sowie den als Rundfahrtschiff konzipierten Neubau (aus den Niederlanden), die „Eilenau“ – Baujahr 1958. Neueste Zugänge waren die flachen Schiffe „Fleetenkieker“ aus 1976 und „Alsterschipper“ aus 1977.
    Die Schiffe dienten bis zum Winterfahrplan 1983 / 1984 neben touristischen Zwecken vorrangig als innerstädtisches Verkehrsmittel im Tarifverbund des HVV.

    In der Regel wurden für die Schiffe alle nötigen Wartungs- und Reperaturarbeiten auf der Alsterdampferwerft am Osterbek-Kanal durchgeführt. Sie verfügte damals über drei Slips um die Schiffe aus dem Wasser zu bekommen und über eine überdachte Wellblechhalle, in der die Schiffe einfahren konnten. Sie bot mindestens zwei Schiffen Platz. Heute ist nur noch ein Slip vorhanden sowie überdachte Liegeplätze. (Vielleicht weis ja jemand, wann die Werft verkleinert wurde.)

    Die „Tarpenbek“ sollte am Freitag, den 3. März 1989 zur Werft nach Finkenwerder gebracht werden. Um unter der flachen Reesendammbrücke in Richtung Elbe hindurchzukommen, müssen die traditionellen Schiffe jedoch stark abgesenkt werden. Bei den Nachkriegsneubauten dienten ausgediente Bremsklötze der Hochbahn (unter deren Flagge die Alsterschiffahrt seinerzeit betrieben wurde) als Ballast, damit die Schiffe von der Elbe kommend unter der flachen Reesendammbrücke hindurch die Binnenalster erreichten konnten. In diesem Zustand liegen die Schiffe deutlich tiefer im Wasser als bei der höchst möglichen Passergierzahl denkbar – sie sind regulär überladen. Das beladen mit Bremsklötzen ist natürlich mühsam und zeitaufwendig. Deshalb entschloss man sich bei der „Tarpenbek“ für Wasser als Ballast. In den Fahrgastraum wurden überdimensionale Schläuche gebracht, welche mit Wasser gefüllt so viel Ballast bringen sollten, daß die Reesendammbrücke ohne anzuecken in Richtung Elbe passiert werden konnte.

    Also Schläuche rein und Wasser laufen lassen, während die „Tarpenbek“ am Anleger Jungfernstieg vertäut war. Das Wasser läuft und der Schiffsrumpf gewinnt ganz langsam immer mehr Tiefgang. Es dauert. Aber irgendwann werden die Haltetaue, mit denen das Schiff an den Krampen am Anleger verbunden ist, zu kurz. Die „Tarpenbek“ hängt sich an der Steuerbordseite auf während die Backbordseite an Tiefgang gewinnt. Der Fahrgastraum wird zur schiefen Ebene! Die Schweren Wasserschläuche folgen der Schwerkraft und rutschen durch die Schräglage, relativ schlagartig, nach Backbord und bringen so das Schiff zum kentern.
    Mit der Backbordseite im Alsterschlick liegend ragt die Steuerbordseite zum Himmel. (Siehe dazu Bilder in der Galerie.)

    Am darauf folgenden Sonnabend, den 4. März wurde die „Tarpenbek“ am Anleger Jungfernstieg geborgen. Im Schlepp ging es dann zur Werft am Osterbek-Kanal. Dort verblieb das Schiff ein paar Wochen. Erst 1992 entdeckte ich das Schiff wieder. Es lag jetzt mit dem Namen „Hein Gas“ im Hochwasserbassin, parallel zur Straße Heidenkampsweg, beim Verwaltungsgebäude der Hamburger Gaswerke. Dort diente es als kleiner Konferenz- und Veranstaltungsraum. In Folge der Privatisierung der Hamburger Gaswerke zur E.On-Hanse wurden sowohl das Verwaltungsgebäude als auch die „Hein Gas“ veräußert.

    Ob die „Tarpenbek“ ohne die Havarie noch auf der Alster fahren würde ist reine Spekulation. Schließlich sind „Osterbek“, „Isebek“ und sogar die verhältnismäßig junge „Rodenbek“ (Baujahr 1956) von der Alster verschwunden. Andererseits sind die beiden 1937 gebauten und im täglichen Einsatz befindlichen Schiffe „Saselbek“ und „Susebek“, nur zwei Jahre jünger als die „Tarpenbek“.

    Es grüßt
    der Werner

    Bilder zum Thema unter: https://www.elbdampfer-hamburg.de/galerie/sonstige-hamburger-hafenschiffe/passagierschiffe/atg-und-alsterdampfschiffahrt-ev/ms-tarpenbek-am-34-maerz-19891-11489.html

    als Antwort auf: Verbleib ex ATG Schiffe #76775

    Werner
    Teilnehmer

    Danke, Stoomgek, für die Info.

    Und Michael hat die Bilder dazu. Dann kann der Verein Alsterdampfschiffahrt e.V. sein Schiffsregister ja um eine Einheit erweitern. Ohne den derzeitigen Zustand der Schiffe „Winterhude“ und „Nixe“ zu kennen, vermute ich mal, daß die „Tarpenbek“ im Vergleich zu denen recht komplett ist. (Ich orientiere mich da an den Beschreibungen und Bildern der Schiffe auf der Vereinsseite.)

    Wenn die „Tarpenbek“ wie berichtet im Zustand von 1935 restauriert wird, müsste sie auch ihr Maschinenhäuschen erhalten. Durch dessen Scheiben habe ich als Kind liebend gerne das Ventilspiel des Dieselmotors beobachtet. Wenn sie nicht auf die Alster zurückkehrt, kann ich sie mir auch gut bei Fahrten auf dem Elbe-Lübeck-Kanal vorstellen. Oder von Zollenspieker über Hoopte und Stöckte (Stöckter Hafen) in die Ilmenau bis Bardowick. Bis Lüneburg hapert es wohl an der Schiffbarkeit der Ilmenau und dem Zustand der Schleusen.

    Es grüßt
    der Werner

    als Antwort auf: Verbleib ex ATG Schiffe #76772

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    bin im Laufe der Woche über die Elbbrücke bei Lauenburg gefahren. Dabei machte ich folgende (aus Zeitgründen leider nur flüchtige) Beobachtung.

    An Land, neben der großen Schiffbauhalle der Hitzler-Werft, lag auf der Elbseite ein Schiff, welches mit Sicherheit ein Alsterschiff ist. Wenn ich mich festlegen sollte ist es die „Tarpenbek“.
    Letzter im Forum gemeldeter Standort der „Tarpenbek“ ist ja „Brauer‘s Aalkate“ am Nord-Ostsee-Kanal. Da aber auf der Aalkaten-Webseite nichts von einem Schiff als Bewirtungsraum zu finden ist, gehe ich davon aus, daß dieser Status bereits überholt ist.

    Wenn ich recht informiert bin, hat der Alsterdampferverein (DS „St. Georg“) auf der Werft noch mehr liegen. So gesehen würde die „Tarpenbek“ dorthin passen. Weiß jemand mehr?

    Es grüßt
    der Werner

    als Antwort auf: Hafencity Riverbus #80191

    Werner
    Teilnehmer

    Recht interessante Konstellation.
    Als Schiff bulgarische Flagge und als Kraftfahrzeug eine Zulassung aus Hamburg.

    Gibt es da irgendeine technische Einrichtung, die ermittelt, wie lange das Amphibium im Wasser schwimmt und wie lange es an Land ist. Denn wie sollen sonst die Steuern auf Bulgarien und Deutschland aufgeteilt werden?

    Augenzwinkernd
    der Werner

    als Antwort auf: Re: Werbung damals #72336

    Werner
    Teilnehmer

    Hallo Forum,

    beim stöbern im Internet habe ich eine liebenswerte HADAG-Werbung gefunden. Wen es interessiert, der schaut mal hier:
    http://www.wiesloch-kurpfalz.de/Strassenbahn/Bilder/normal/Hamburg/72×070.jpg

    Es grüßt
    der Werner

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